Toilettenpapierrollen auf einem Haufen

Magen-Darm-Infektionen

Eine Gastroenteritis („Magen-Darm-Grippe“) geht in der Regel einher  mit Erbrechen und Durchfall. In den meisten Fällen sind Bakterien oder Viren verantwortlich. Hierbei muss man zwischen einer Infektion und einer Intoxikation (Lebensmittelvergiftung) unterscheiden.

Bei einer Infektion werden die Schleimhäute des Verdauungstraktes direkt durch Bakterien/Viren geschädigt. Bei einer Lebensmittelvergiftung sind bakterielle Toxine (Gifte) die Ursache, die entweder von den Bakterien bereits im Lebensmittel oder erst im Darm des Menschen gebildet werden.

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel und Gegenstände (fäkal-orale Schmierinfektion).

Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen
Bakterien (PDF; 26 KB)
Viren (PDF; 17 KB)
Kontrollschema

Von einer Gruppenerkrankung / einem Ausbruch wird gesprochen, wenn eine Infektionskrankheit in einer definierten Gruppe in einem bestimmten Zeitraum plötzlich vermehrt auftritt. Eine Übertragung der Krankheitserreger kann hierbei von Mensch zu Mensch, von Tier zu Mensch oder von Lebensmittel zu Mensch erfolgen. Das zuständige Gesundheitsamt ist im Falle eines Ausbruchs für die Veranlassung von Umgebungsuntersuchungen (Patientenproben) verantwortlich.
 
Um eine weitere Ausbreitung und Neuerkrankungen zu verhindern, kommt vor allem bei Auftreten lebensmittelbedingter Ausbrüche der Erhebung und Untersuchung von Patientenproben (insbesondere Stuhlproben) eine wichtige Bedeutung zu. Zur diagnostischen Abklärung von Erkrankungsfällen im Rahmen von Umgebungsuntersuchungen und zur Infektkettenabklärung können Patientenproben an das Labor Bakteriologie des LGA eingesandt werden. Die Untersuchung von Patientenproben in Zusammenhang mit gastroenteritischen Gruppenerkrankungen umfasst folgende Erreger:

  • Salmonellen
  • Campylobacter
  • Yersinien
  • Shigellen
  • enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)
  • Staphylococcus aureus
  • Bacillus cereus
  • Clostridium perfringens
  • Clostridium difficile
  • Listerien
  • Noroviren
  • Rotaviren
  • Adenoviren
  • Astroviren
  • Enteroviren
  • Hepatitis A- und E-Viren 

Neben den Routineverfahren (konventionelle Mikrobiologie) kann die Aufklärung von Infektketten durch zusätzliche molekularbiologische Methoden (z. B. Sequenzierung) ermöglicht werden. So können aufgrund der Übereinstimmung / Ähnlichkeit der isolierten Erreger aus einer vermuteten Infektionsquelle (z. B. Lebensmittel) und dem Patienten / Gast Aussagen zur Infektkette im konkreten Fall gemacht werden.

Unter lebensmittelbedingten Infektionskrankheiten versteht man Erkrankungen, die nach dem Genuss von Lebensmitteln auftreten und durch Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) bzw. durch ihre Toxine bedingt sind. Diese durch Lebensmittel hervorgerufenen Infektionskrankheiten stehen auf Rang 1 der Häufigkeitsskala übertragbarer Krankheiten in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern und sind nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig.

Das Spektrum der Erreger, die eine Lebensmittelinfektion hervorrufen können, ist sehr vielfältig. Zu den bakteriellen Durchfallerregern, die über Lebensmittel übertragen werden können, gehören Salmonellen, Campylobacter, Yersinien, Shigellen, enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC), Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens, Clostridium difficile, Listerien, Noroviren, Rotaviren, Adenoviren, Astroviren, Enteroviren, Hepatitis A- und -E Viren.

Leitfaden Management lebensmittelassoziierter Infektionen (PDF; 1,7 MB)

Intestinale (im Darm vorkommende) Parasiten kommen in Deutschland eher selten vor. Doch mit der weltweit gestiegenen Reisetätigkeit sowie der gestiegenen Anzahl an Asylbewerbern bringen immer mehr Menschen tropische Parasitenerkrankungen mit nach Deutschland. Von Bedeutung sind hierbei vor allem Parasiten, die direkt von Mensch zu Mensch übertragbar sind, wie z. B. Amoeben, Giardien und Kryptosporidien. Aber auch Parasiten, die nicht direkt übertragbar sind, sondern einen Zwischenwirt benötigen, können schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen und sollten diagnostiziert werden.

Cestoden (Bandwürmer) (PDF; 170 KB)
Nematoden (Rundwürmer) (PDF; 1 MB)
Trematoden (Saugwürmer) (PDF; 356 KB)
Protozoen (Einzeller) (PDF; 1,2 MB)

Stuhluntersuchungen von Mitarbeitern im Lebensmittelbereich werden ausschließlich nach IfSG gemeldeten Erkrankungsfällen (Magen-Darm-Erkrankungen) anlassbezogen durchgeführt (Kontroll- und Umgebungsuntersuchungen). Die Untersuchungen werden von den Gesundheitsämtern angeordnet. Zur Abklärung von Gruppenerkrankungen (Häufung einer Erkrankung) - insbesondere bei Auftreten lebensmittelassoziierter Ausbrüche - kommt der Erhebung von Patientenproben (insbesondere Stuhlproben) zur Infektkettenabklärung eine wichtige Bedeutung zu.

Die Patientenproben werden über die Gesundheitsämter und Justizvollzugsanstalten eingesandt. Die Untersuchung von Patientenproben in Zusammenhang mit gastroenteritischen Infektionen im LGA umfasst die o. g. Erreger. Die Tabellen liefern hierzu einen Überblick.

Labor Bakteriologie