Weibchen der Asiatischen Tigermücke

Verbreitung von Tigermücken

Europa

Die ursprünglich in Südostasien beheimatete Tigermücke konnte sich in den letzten 30 Jahren weltweit verbreiten und ist auch in Europa, bisher hauptsächlich im Mittelmeergebiet, heimisch geworden. (ECDC, Aedes albopictus - Factsheet for experts, 2016)


Vom Mittelmeerraum breitet sie sich nach Norden aus. Auf Karten des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) werden regelmäßig die Vorkommen aktualisiert.

Karte Stand September 2020

Die Ausbreitung wird sowohl durch Güterverkehr als auch durch Reiseverkehr begünstigt. Beim Güterverkehr ist der Handel mit Altreifen oder auch ‚Lucky Bamboo‘ zu nennen.

In Frankreich sind im Jahr 2020 sieben weitere Départements als rote Zone deklariert worden – 58 von 96 Départements in Europa vermelden die Etablierung und Aktivität der Asiatischen Tigermücke.

Institut Pasteur

Auch in Italien hat sich die Asiatische Tigermücke seit 1991 ausgebreitet und ist weiten Teilen heimisch. So wird zum Beispiel auch in Südtirol in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme an Tigermücken beobachtet.

In Griechenland wurden die ersten Tigermücken 2003 und 2004 nachgewiesen, mit weiterer Verbreitung in den nachfolgenden Jahren. (Badieritakis, et al., 2018)

In den Niederlanden wurde Tigermücken erstmals 2005 nachgewiesen (Scholte, et al., 2007). Seit 2010 werden dort Gewerbe beprobt, die mit Altreifen handeln und jedes Jahr werden Tigermücken nachgewiesen. Modellierungen zeigen Etablierungspotenzial für Aedes albopictus in den Niederlanden, v.a. bei milden Wintertemperaturen (Ibanez-Justicia, et al., 2020)

In Großbritannien wurde ein erstes Eigelege von Tigermücken im Rahmen eines Monitoringprogramms gefunden (Medlock, et al., 2017). Seit 2010 wurden Häfen und Flughäfen überwacht, seit 2014 auch größere Autoreifenhändler. 2015 und 2016 wurden auch einzelne Eigelege entdeckt, im Jahr 2019 wurden erstmals mehrere Eigelege an drei Stellen entdeckt, alles im Rahmen eines Monitoring Programms durch ‚Public Health England‘ Teams, die PHE local health pretection teams mit Unterstützung der PHE Medical Entomology group (Vaux, et al., 2020).

Deutschland

Unter anderem aus Italien und Frankreich werden immer wieder Tigermücken nach Deutschland eingeschleppt (Lühken, et al., 2020), v.a. durch Güterverkehr und Reiseverkehr. Zum ersten Mal wurden sie 2007 an einer Autobahn-Raststätte bei Weil am Rhein entdeckt.

Mittlerweile wurde auch gezeigt, dass sich unter günstigen Bedingungen stabile Populationen etablieren können, die auch schon überwintert haben (Pluskota, et al., 2016).

In den Jahren 2012 und 2013 konnte im Rahmen eines Bundesforschungsprojektes Mückenfänge und Eigelege an Autobahnen mit Reiseverkehr aus Italien und Südfrankreich nachgewiesen werden. (Tannich, 2014)

2015 folgten Nachweise in Freiburg und Heidelberg, 2016 in Sinsheim und 2017 in Lörrach und Karlsruhe.

Auch in anderen deutschen Städten wurden Tigermücken identifiziert, so u.a. in Frankfurt, Jena oder München.

Baden-Württemberg

Einige Regionen in Baden-Württemberg scheinen besonders geeignet für Einschleppung und Etablierung der Asiatischen Tigermücke, auch durch die Nähe zu Frankreich und Italien. Theoretisch geeignete Regionen in Baden-Württemberg sehen Sie auf dieser Karte: