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Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome)/HIV

Erreger

HIV = Human Immunodeficiency Virus; RNA-Virus (Retrovirus)

Zahl der Infektionen in Deutschland
ca. 3.200 Neuinfektionen pro Jahr; jeder Infizierte ist lebenslang ansteckungsfähig.

Übertragungswege

Das Risiko ist stark erhöht, wenn eine andere sexuell übertragbare Krankheit vorliegt. Übertragungswege sind:
  • ungeschützter analer-, oraler-, vaginaler Geschlechtsverkehr
  • gemeinsames Benutzen des Spritzbestecks bei Fixern
  • während der Schwangerschaft und bei der natürlichen Geburt ohne Therapie und beim Stillen,
  • Produkte aus Blut sind aufgrund aufwändiger Verfahren sicher; bei Bluttransfusionen bleibt ein äußerst geringes Restrisiko.

Inkubationszeit

Spezifische Antikörper gegen HIV können in der Regel 2 bis 10 Wochen nach erfolgter Infektion erstmalig nachgewiesen werden.

Symptomatik

  • 6 Tage bis 6 Wochen nach der Infektion tritt bei einem Teil der Infizierten ein unspezifisches akutes Krankheitsbild eines viralen Infektes mit grippeähnlichen Beschwerden auf: Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen, leichtes Fieber, Hautausschlag, Lymphknotenschwellungen. Das Krankheitsbild hält nur kurz an und wird vom Betroffenen oft nicht bemerkt oder für unbedeutend gehalten.
  • Nach der Phase der akuten Infektion erfolgt ein symptomfreies Stadium der HIV-Infektion, das Monate bis viele Jahre dauern kann. Symptome der chronischen HIV-Infektion manifestieren sich meist als unspezifische Störungen des Allgemeinbefindens. Die individuellen Verläufe und Krankheitsbilder sind von bemerkenswerter Vielfältigkeit. Allen Patienten gemeinsam ist die ausgeprägte und irreversible Störung der zellulären Immunabwehr.
  • Kommen weitere Erkrankungen wie z. B. Lungenentzündung, neurologische Erkrankungen oder bestimmte Krebsarten (Kaposi-Sarkom) hinzu, spricht man vom Aids-Vollbild.

Diagnostik

Blutuntersuchung; ein HIV-Test zum Ausschluss einer HIV-Infektion ist - wenn ein HIV-Labor-Test der 4. Generation eingesetzt wird - sechs Wochen nach dem Infektionsrisiko möglich. Dagegen lässt sich eine Ansteckung mit HIV schon deutlich früher nachweisen. Um dies zu klären, ist eine gute Beratung vor dem HIV-Test notwendig.

Wird ein HIV-Schnelltest verwendet, muss zwischen Risikosituation und Testung immer eine Wartezeit von zwölf Wochen eingehalten werden.

Therapie

Hochaktive, antiretrovirale Therapie = HAART; Ziel der Behandlung ist, die Zahl der Viruskopien unter die Nachweisgrenze von 20-50 Kopien/ml Blut zu bringen.

Prävention

  • Es gibt bislang keine Impfung gegen HIV-1/HIV-2. Den einzigen, zuverlässigen Schutz bei Sex bietet nur das Kondom (Safer Sex).
  • Intravenös Drogenabhängige dürfen das Spritzbesteck nicht tauschen, müssen steriles Besteck, eigenen Löffel und eigene Filter benutzen (Safer Use).
  • HIV-infizierte Schwangere erhalten eine spezielle medizinische Behandlung.

Gesetzliche Meldepflicht

Anonym (Labor/Arzt)
Zwei Präservative in diversen Farben