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Schutzfaktoren

Unter Schutzfaktoren für die Gesundheit versteht man Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen, Verletzungen und andere gesundheitliche Probleme verringern können. Während es eine große Reihe epidemiologischer Studien zu vermuteten Risikofaktoren gibt, sind Studien zu schützenden Faktoren noch eher selten. Im Zusammenhang mit Schutzfaktoren findet man auch Synonyme wie protektive oder „salutogenetische“ Faktoren oder auch Resilienzfaktoren, wobei mit letzteren häufig persönliche Faktoren wie Optimismus, Verantwortungsbereitschaft und Orientierung auf die Lösung von Problemen gemeint sind. Schon das Interesse an und der Zugang zu verlässlichen gesundheitlich relevanten Informationen kann ein Schutzfaktor sein. Es gibt jedoch einen erheblichen Forschungsbedarf zu Faktoren, die die Gesundheit schützen können. 

Bei der Interpretation von Assoziationen zwischen möglichen Schutzfaktoren und der Gesundheit von Personen, die in Studien gefunden werden, ist wie bei Risikofaktoren ebenfalls Vorsicht geboten, denn es muss sich nicht notwendigerweise um direkte Ursache-Wirkungsbeziehungen handeln. 

Beispiele für mögliche Schutzfaktoren sind nach derzeitigem Wissensstand: 

  • Hygienemaßnahmen wie Händewaschen 
  • Trinkwasseraufbereitung
  • Lebensmittelhygiene 
  • Impfungen 
  • Nichtrauchen
  • ausreichend Bewegung 
  • gesunde Ernährung

Ob z. B. Kaffeetrinken als ein Schutzfaktor gegen Erkrankungen an Demenz und Alzheimer angesehen werden kann, ist noch Gegenstand der Forschung. Einige Studien deuten bereits auf einen solchen Zusammenhang hin.

In den vergangenen Jahrzehnten haben vor allem Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Risikofaktoren wie z. B. Hygienemaßnahmen, Impfungen oder Tabakrauchen einen Einfluss auf die kontinuierlich gestiegene Lebenserwartung gezeigt. In der Zukunft sollten weiterhin auch gesundheitliche Schutzfaktoren gefördert werden, um einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung zu ermöglichen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein evidenzbasiertes Vorgehen, um eventuell gut gemeinte, aber wirkungslose oder sogar der Gesundheit abträgliche Interventionen zu vermeiden.
Kleines Mädchen bei Bodengymnastik