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Schon gehört? Gesundheitsrisiko Freizeitlärm

15 von 100 Jugendlichen weisen bereits Hörschäden auf.  Als wesentliche Ursache hierfür wird Freizeitlärm angesehen. Problematisch ist die intensive Nutzung von Abspielgeräten mit MP3-Technologie (z. B. Smartphones). Unter Hörgeschädigten ist ein hoher Anteil an Personen, die regelmäßig einen iPod oder einen anderen MP3-Player nutzen. Die Forscher stellten fest, dass Kopfhörer von MP3-Playern einen Schalldruckpegel von 126 Dezibel erreichen können.  Besonders kritisch sehen Wissenschaftler das Verhalten von Pendlern, die in öffentlichen Verkehrsmitteln Musik aus dem iPod hören. In diesem Fall wird die Musik laut gestellt, um den ohnehin schon lauten Umgebungslärm und die Fahrgeräusche zu übertönen.

Musik in Diskotheken, Clubs und bei Konzertveranstaltungen sowie Knallkörper stellen eine weitere Form von Freizeitlärm dar.

Hörschäden summieren sich über die gesamte Lebenszeit hinweg. Einmal eingetretene Hörschäden sind nicht heilbar. Die Schäden zeigen sich durch langsame, oft lange unbemerkte Verschlechterung des Gehörs.

Hörschäden durch Freizeitlärm entstehen, wenn

• die Belastung zu hoch
• die Einwirkdauer zu lang
• die Erholungszeit zu kurz ist.

Eine fünfminutige Schallbelastung mit 105 dB(A) in Diskotheken stellt die gleiche Gehörgefährdung dar wie eine achtstündige Belastung am Arbeitsplatz mit 85 dB(A). Zum Vergleich: Das Rascheln von Blättern verursacht etwa 35 dB(A), ein Presslufthammer ist 100 dB(A) laut, und ein Düsenjet beim Start verursacht in einer Entfernung von 100 m einen Lärm von 125 dB(A). Die Schmerzgrenze liegt beim Menschen bei 130 dB(A).

Im Landesgesundheitsamt wurden die Untersuchungen zu lärmbedingtem Hörverlust bei Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg durchgeführt. Die Teilergebnisse aus einer Realschule in Stuttgart zeigen folgendes:
 

Höruntersuchung

•    14,5% der Schüler wiesen bei mindestens einer Testfrequenz einen Hörverlust von mehr als 20 dB(A) auf
•    1,9% der Schüler wiesen bei mindestens einer Testfrequenz einen Hörverlust von mehr als 30 dB(A) auf
•    Jungen hatten häufiger ein schlechteres Hörvermögen als Mädchen
•    Schüler der 9. Jahrgangsstufe hatten häufiger ein schlechteres Hörvermögen
•    15-jährige Schüler hatten häufiger ein schlechteres Hörvermögen
 

Hörbeschwerden

•    12,5% der Teilnehmer nach Musikhören Beschwerden
•    14,5% der Teilnehmer nach anderen lauten Ereignissen Ohrbeschwerden, davon 30,4% feuerwerksbedingt und 26,1% durch Schreien ins Ohr
 
 

Freizeitgewohnheiten

•    85,4% der Teilnehmer haben ein Musikabspielgerät mit Kopf- oder Ohrhörern
•    16,3% der Teilnehmer hören täglich mindesten 1,5 Stunden und länger Musik mit Kopfhörern
•    13,3% der Teilnehmer stellen die Geräte sehr laut ein