Alte Eichenbäume auf einer sonnendurchfluteten Lichtung

Hantavirus-Prognose

Buchenwaldgeprägte Regionen in Baden-Württemberg sind Endemiegebiete für Hantaviren und haben in den letzten Jahren mehrere Hantavirus-Epidemien erlebt.

Im Rahmen eines Projektes, gefördert durch die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen wurde ein Hantavirus-Vorhersagemodell für Baden-Württemberg entwickelt.  Eine intensive Kooperation zwischen Medizinern in Meldebehörden, Naturwissenschaftlern, Informatikern und Modellierern ermöglichte den Aufbau eines Vorhersagemodells für Hantavirusinfektionen in den verschiedenen Landkreisen Baden-Württembergs. Das Modell basiert u.a. auf Buchenmast-, Klima- und Geodaten sowie auf demografischen Daten.

Eine interaktive Karte, auf der neben den Prognosen für die einzelnen Landkreise auch einzelne Parameter, wie zum Beispiel Baumbestand, Buchenmast und das Vorkommen von verschiedenen Beerenarten über die Jahre dargestellt werden, ist online einsehbar.

Das Vorhersagemodell wurde auf der Internetseite www.hanta-vorhersage.de implementiert. Dort befindet sich eine Landkarte mit den Kreisen Baden-Württembergs, für die man verschiedene Visualisierungen wählen kann. Beispielhaft kann man hier die Visualisierung der Buchenmast von 2008 oder die Visualisierung der beobachteten Hantavirus-Inzidenz von 2010 darstellen lassen. Wenn der Benutzer die Maus über einen Landkreis bewegt, wird der Name des Landkreises angezeigt. Der Benutzer kann per Mausklick zwischen den verschiedenen Jahren umschalten.

In der Hantavirus-Visualisierung werden für die vergangenen Jahre die beobachte Hantavirus-Inzidenz, für das aktuelle und (eventuell) das folgende Jahr die aktuell vorhergesagten Werte angezeigt. Welche Vorhersageformel dazu verwendet wird, hängt davon ab, ob die Daten für die Vorhersageformel bereits vollständig eingegeben sind. Klimadaten können nur angezeigt werden, wenn diese bereits eingegeben sind, was während des laufenden Jahres zwangsläufig nicht für alle Monate der Fall sein kann; bei fehlenden Klimadaten oder noch nicht aktualisierten Buchenmastdaten wird die Landkarte einheitlich grau gefärbt.

Neben der Landkartenvisualisierung findet sich eine Darstellung, wie sich die Poisson-Erwartungswerte (die als Vorhersagewerte bei der Ampelvisualisierung der Landkarte verwendet werden) in eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der zu erwartenden Fallzahl übersetzen. Für jede mögliche Fallzahl (bis zum 99 %-Quantil der Poissonverteilung) wird in der Abbildung die Wahrscheinlichkeit angegeben, dass diese Anzahl von Fällen im Landkreis auftritt. Anschließend werden die Balken mit den Ampelfarben eingefärbt; in einer zusammenfassenden Darstellung („Wahrscheinlichkeit“) wird berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit das vorhergesagte Hantajahr für den ausgewählten Landkreis in die Kategorie „grün“, „gelb“, „rot“ oder „dunkelrot“ fällt.

In einer weiteren Visualisierung wird für den ausgewählten Kreis verglichen, wie sich die im laufenden Jahr berichtete Fallzahl zu den Fallzahlen im Vorjahr verhält. Dazu werden sowohl die Gesamtzahlen der Vorjahre dargestellt als auch die Fallzahlen, die sich in den Vorjahren vom 1. Januar bis zum aktuellen Stichtag (z. B. bis zum 30. August) ereigneten (dunkle Bereiche der Balken). Da das laufende Jahr noch nicht abgeschlossen ist, werden die bisher gemeldeten Fälle dort nur als dunkle Balken visualisiert.

1 kleiner und 1 großer Hantavirus

Hantavirus-Infektionen

Mehr

Bild zeigt eine Rötelmaus

Informationen zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen

Mehr

Statistik aus dem Gesundheitsatals Baden-Württemberg

Hanta-Vorhersage

Aktuelle Karte