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Syphilis (Lues) 

Erreger

Durch Bakterien verursachte Infektion; Treponema pallidum (Familie Spirochäten)

Zahl der Infektionen

In Deutschland liegt die Zahl der Infektionen bei ca. 5.000 pro Jahr.

Übertragungswege

Hauptsächlich durch analen, oralen, vaginalen Geschlechtsverkehr, aber auch durch Küssen, Petting, Sexspielzeuge, gemeinsames Benutzen des Spritzbesteckes bei Fixern, unsachgemäßes Piercen und Tätowieren, von einer infizierten Schwangeren auf das Ungeborene

Verlauf

Der Verlauf der Lues wird in verschiedene Stadien eingeteilt:

  • Stadium I und Stadium II sind ansteckend. 
  • Nach einer Phase ohne klinische Symptome (Lues latens) folgen Stadium III und Stadium IV. Personen, die sich in den Stadien Lues latens, d. h. Stadium III oder IV befinden, sind nicht ansteckend.

Inkubationszeit

2-3 Wochen

Symptome

Klinisch bemerkbar sind 50-60 % der Infektionen.
 
  • Symptome im Stadium I: Primäraffekt = hartes, schmerzloses Geschwür (harter Schanker) am Infektionsort (10 % nicht genital!) mit Vergrößerung der regionären Lymphknoten (hoch ansteckend!). Das Geschwür (Mundhöhle, After) wird vom Patienten häufig nicht bemerkt. Es heilt nach 2-6 Wochen spontan, also ohne Behandlung ab. Damit ist der Patient jedoch nicht geheilt und weiterhin infektiös. Häufiges Auftreten des Primäraffektes: an den Schamlippen, in der Scheide, neben den Schamlippen, am Glied, auf der Eichel, unter der Vorhaut, am Hodensack, am After, im After, auf der Lippe, in der Mundhöhle, auf der Zunge, unter der Zunge am Rachenring
  • Symptome im Stadium II ( Sekundärstadium):  Hochinfektiöse nicht juckende Hautausschläge, die sehr verschieden aussehen mit häufigem Befall der Handinnenflächen und Fußsohlen, generalisierte Lymphknotenschwellung, mottenfraßartiger Haarausfall, breitbasige Warzen im Genitalbereich
  • Allgemeine Symptome: Temperaturanstieg, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen. Auch diese Symptome verschwinden wieder.
  • Latenzzeit: Ohne Behandlung kommt es bei ca. einem Drittel der Erkrankten nach einer Phase ohne klinische Symptome, die mehrere Jahre dauern kann, zum Stadium III.
  • Stadium IV: Nach ungefähr 10 bis 20 Jahren bestehender Infektion entsteht Neurolues mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Nackensteife, Fieber. Dieses Stadium führt schließlich zu Demenz und Tod. Tabes dorsalis (Rückenmarkschwund) mit Störungen der Sensibilität, der Reflexe, Blasenfunktion und Koordination. Progressive Paralyse (Gehirnerweichung) mit Persönlichkeitsstörungen (fortschreitende Geistesschwäche, Wahnideen, geistiger Verfall). Eine unbehandelte progressive Paralyse führt nach maximal fünf Jahren zum Tod.

Diagnostik

Blutuntersuchung

Therapie

  • Behandlung mit Antibiotika in der Regel in Form von Spritzen. In allen Stadien der Lues kann bei richtiger Behandlung eine Heilung erfolgen. Bereits entstandene organische Schädigungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden.
  • Partnerbehandlung notwendig: Alle Sexualpartner der letzten Monate müssen ebenfalls untersucht werden. Sexverzicht bis zum Ende der Therapie.

Nach durchgemachter Infektion besteht keine Immunität.

Prävention

Kondome vermindern lediglich das Risiko einer Ansteckung. Je nach Lage des Primäraffektes (z. B. in der Mundhöhle) ist eine Ansteckung trotz Kondom möglich (z. B. Küssen). Die Erreger befinden sich aber nicht nur in Sperma und Scheidenflüssigkeit, sondern auch im Hautausschlag, nässenden Warzen, in Wunden und im Blut. Bei Kontakt ist eine Ansteckung unabhängig von der Verwendung von Kondomen möglich.

Gesetzliche Meldepflicht

Anonym (Labor/Arzt)
Zwei Präservative in diversen Farben