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Nahaufnahme Toilettentür

Magen-Darm-Infektionen

Gastroenteritiden

Eine Gastroenteritis („Magen-Darm-Grippe“) geht in der Regel einher  mit Erbrechen und Durchfall. In den meisten Fällen sind Bakterien oder Viren verantwortlich. Hierbei muss man zwischen einer Infektion und einer Intoxikation (Lebensmittelvergiftung) unterscheiden.
Bei einer Infektion werden die Schleimhäute des Verdauungstraktes direkt durch Bakterien/Viren geschädigt. Bei einer Lebensmittelvergiftung sind bakterielle Toxine (Gifte) die Ursache, die entweder von den Bakterien bereits im Lebensmittel oder erst im Darm des Menschen gebildet werden.

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel und Gegenstände (fäkal-orale Schmierinfektion).
 

Lebensmittelbedingte Magen-Darm-Erkrankungen

 
Unter lebensmittelbedingten Infektionskrankheiten versteht man Erkrankungen, die nach dem Genuss von Lebensmitteln auftreten und durch Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) bzw. durch ihre Toxine bedingt sind. Diese durch Lebensmittel hervorgerufenen Infektionskrankheiten stehen auf Rang 1 der Häufigkeitsskala übertragbarer Krankheiten in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern und sind nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig.
 
Das Spektrum der Erreger, die eine Lebensmittelinfektion hervorrufen können, ist sehr vielfältig. Zu den bakteriellen Durchfallerregern, die über Lebensmittel übertragen werden können, gehören Salmonellen, Campylobacter, Yersinien, Shigellen, enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC), Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens, Clostridium difficile, Listerien, Noroviren, Rotaviren, Adenoviren, Astroviren, Enteroviren, Hepatitis A- und -E Viren.
 

Infektionen durch intestinale (im Darm vorkommende) Parasiten

 
Intestinale Parasiten kommen in Deutschland eher selten vor. Doch mit der weltweit gestiegenen Reisetätigkeit sowie der gestiegenen Anzahl an Asylbewerbern bringen immer mehr Menschen tropische Parasitenerkrankungen mit nach Deutschland. Von Bedeutung sind hierbei vor allem Parasiten, die direkt von Mensch zu Mensch übertragbar sind, wie z. B. Amoeben, Giardien und Kryptosporidien. Aber auch Parasiten, die nicht direkt übertragbar sind, sondern einen Zwischenwirt benötigen, können schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen und sollten diagnostiziert werden.
 

Untersuchung von Humanproben bei Magen-Darm-Infektionen 

 
Stuhluntersuchungen von Mitarbeitern im Lebensmittelbereich werden ausschließlich nach IfSG gemeldeten Erkrankungsfällen (Magen-Darm-Erkrankungen) anlassbezogen durchgeführt (Kontroll- und Umgebungsuntersuchungen). Die Untersuchungen werden von den Gesundheitsämtern angeordnet. Zur Abklärung von Gruppenerkrankungen (Häufung einer Erkrankung) - insbesondere bei Auftreten lebensmittelassoziierter Ausbrüche - kommt der Erhebung von Patientenproben (insbesondere Stuhlproben) zur Infektkettenabklärung eine wichtige Bedeutung zu.

Die Patientenproben werden über die Gesundheitsämter und Justizvollzugsanstalten eingesandt. Die Untersuchung von Patientenproben in Zusammenhang mit gastroenteritischen Infektionen im LGA umfasst die o. g. Erreger. Die Tabellen liefern hierzu einen Überblick.