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Risikofaktoren + Gesundheit

Unter gesundheitlichen Risikofaktoren versteht man Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen, Verletzungen und andere gesundheitliche Probleme erhöhen können. In vielen epidemiologischen Studien werden Daten zur Häufigkeit vermuteter Risikofaktoren und verschiedener Erkrankungen erhoben. Man versucht, durch entsprechende Analysen bevölkerungsbezogener Untersuchungen Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Erkrankungen zu erkennen, die bei der Betrachtung von Einzelfällen nicht ins Auge fallen. Dazu werden verschiedene Studienarten genutzt, je nachdem, ob es um Fragen zu mehreren Risikofaktoren einer Erkrankung geht (Fall-Kontroll-Studien) oder um Zusammenhänge eines Risikofaktors mit verschiedenen Krankheiten und gesundheitlichen Folgen (Kohortenstudien). Auch Beobachtungsstudien mit retrospektiven Fragen zu Risikofaktoren können Erkenntnisse zu gesundheitlichen Folgen und möglichen Einflussfaktoren liefern.

Entscheidend für die Interpretation der Ergebnisse solcher Studien sind klare Fragestellungen bzw. Hypothesen, die bei der Planung vor Beginn der Studien formuliert werden sollten, um Zufallseffekte, die beim Stöbern in den Daten (Data mining) gefunden werden, nicht überzubewerten. Deshalb sollte die Interpretation von Zusammenhängen in Studien mit der gebotenen Vorsicht erfolgen, da es sich nicht immer um Ursache-Wirkungsbeziehungen handeln muss.

Wenn z. B. mehrere Risikofaktoren nicht unabhängig voneinander auftreten, können multiple Regressionsanalysen diese Faktoren nicht wirklich „trennen“, obwohl dies von vielen Autoren angenommen und in Publikationen auch so dargestellt wird. In einer Simulationsstudie, die das LGA im Zusammenhang mit der Auswertung von Daten aus dem Gesundheitsmonitoring durchgeführt hat, konnte gezeigt werden, dass multiple logistische Regressionen irreführende "signifikante" Ergebnisse liefern können, wenn Einflussfaktoren untereinander korreliert sind (mehr dazu unter „Weitere Informationen“, rechts).

Als allgemein anerkannt und durch langfristige Forschung gesichert gelten unter anderem folgende Risikofaktoren für die Gesundheit:

  • Tabakrauchen  
  • Drogenkonsum und exzessiver Alkoholkonsum
  • Untergewicht
  • hoher Blutdruck 
  • Adipositas und Bewegungsmangel

So erhöht Tabakrauchen das Risiko für Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen, aber auch für Herzkreislauferkrankungen. Auch das Risiko für Infektionserkrankungen, bei denen die Lunge betroffen sein kann, wie z. B. Legionellose, Tuberkulose oder Q-Fieber, scheint bei starken Rauchern höher zu sein.