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Allergien gegen Ambrosia

In den letzten Jahren sind Allergien gegen Ambrosia-Pflanzen verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getreten. Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) - auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt – ist ein aus Amerika eingeschlepptes Kraut, das sich in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der Klimaänderung auch in Baden-Württemberg auszubreiten beginnt. Sie gehört zu den Korbblütlern, wächst als Unkraut an Wegrändern, Ufern, in Gärten und an Ackerfluren und blüht im Spätsommer (Ende Juli bis Anfang Oktober). Die Pollen der Ambrosie können mit dem Wind über weite Strecken transportiert werden und bei Allergikern starke Allergien auslösen. Bisher sind die Pflanzenbestände in Baden-Württemberg noch relativ gering; die hierzulande in der Luft vorkommenden Pollen stammen meist aus weiter entfernten Gebieten (z. B. aus dem Rhonetal).

Zur Häufigkeit von Allergien, die bei Personen in Deutschland durch Ambrosia-Pollen ausgelöst werden, gibt es keine verlässlichen Angaben. Das Landesgesundheitsamt hat im Winter 2008/09 bei knapp 800 Viertklässlern aus Baden-Württemberg untersucht, ob spezifische IgE-Antikörper gegen Allergene aus der Ambrosia im Blut nachweisbar waren. Man spricht in diesem Fall von einer Sensibilisierung; eine allergische Reaktion muss mit der Sensibilisierung nicht verbunden sein. Bei 17 % der Kinder konnten Antikörper nachgewiesen werden, die mit den Allergenen aus Ambrosia reagierten. Viele dieser Antikörper reagieren aber auch mit ähnlichen Allergenen aus anderen Pflanzen wie dem Beifuß (Artemisia vulgaris) und können daher nicht als spezifische Reaktion gegen Ambrosia angesehen werden. Gegen ein bestimmtes Allergen, das nur in der Ambrosia-Pflanze vorkommt (das native Majorallergen n Amb a1), waren nur 2,4 % der Kinder sensibilisiert. Bei erwachsenen Personen aus Baden-Württemberg ermittelte das Landesgesundheitsamt im Winter 2010/11 bei 9 % eine Sensibilisierung gegen Allergene aus Ambrosia, 1,6 % der Personen waren gegen das Majorallergen Amb a1 sensibilisiert.

Gegenwärtig ist daher noch davon auszugehen, dass die meisten Allergien bei der Bevölkerung in Südwestdeutschland nicht durch Ambrosia-Pollen ausgelöst werden. Allerdings ist zu vermuten, dass bei Allergikern die Symptome durch Ambrosia-Pollen verstärkt und über einen längeren Zeitraum im Jahr anhalten können.