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nackte Füsse auf ausgetrockneter Erde

Gesundheit + Klima

Der Mensch ist als gleichwarmes Lebewesen auf eine Konstanthaltung seiner Körpertemperatur auf einen Sollwert von etwa 37°C angewiesen. Grundsätzlich hat der menschliche Organismus effektive Mechanismen zur Anpassung an höhere Umgebungstemperaturen, während die Mechanismen zur Anpassung an niedrige Temperaturen weniger gut ausgebildet sind. Die physiologischen Auswirkungen klimatischer Belastungen werden durch das Zusammenspiel der vier Klimagrundgrößen (Lufttemperatur, mittlere Strahlungstemperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit) und weiterer Faktoren beeinflusst. Dies sind z. B. körperliche Tätigkeit, Art der Bekleidung, Expositionszeit, Akklimatisation. Weiterhin spielt die individuelle Leistungsfähigkeit (Kondition und Disposition) eine Rolle. Das prinzipiell am besten wirksame Instrument zur Wärmeabgabe ist die Bildung von Schweiß in Abhängigkeit vom Umgebungsklima.

Schweißbildung ist aber mit Wasser- und Salzverlust verbunden und kann zur Dehydratation führen. Die Folgen können sein:. Kreislaufregulationsstörungen mit Tachykardie und / oder Hypertonus, Kopfschmerzen, Ohrensausen und rasche Ermüdbarkeit. So kommt es durch Weitstellung der Hautgefäße und Steigerung der Auswurfleistung des Herzens (Herzminutenvolumen) zu einer erhöhten Hautdurchblutung. Dies ermöglicht eine rasche Verteilung der entstandenen Wärme auf die Körperhülle, von der sie dann durch Verdunstung von Schweiß (evaporative Wärmeabgabe), Wärmestrahlung sowie einer direkten Wärmeabgabe über die Luftströmung (Konvektion) und Wärmeleitung (Konduktion) dem Körper entzogen wird.

Dabei erfolgt die Wärmeabgabe größtenteils über das Schwitzen, wobei dem Körper pro Liter des in Hautnähe verdunsteten Schweißes etwa 625 Watt (entsprechend etwa 9 kcal/min) Wärmeenergie entzogen werden. Schweiß, der vom Körper abtropft oder nicht direkt auf der Haut verdunstet, trägt nicht zur Wärmeabgabe bei. Unter normalen Umgebungstemperaturen (18°C) leisten Strahlung, Konvektion und Konduktion einen zusätzlichen Beitrag zur Wärmeabgabe, der zusammengenommen etwa ein Viertel ausmacht.

Das tatsächliche Temperaturempfinden (Die gefühlte Temperatur) unterliegt nicht allein den herrschenden Außentemperaturen, sondern wird in wesentlicher Weise durch die Luftfeuchtigkeit, einwirkende Strahlung und der dem Körper zugewandten Luftströmung verändert.
 

Kontakt

Landesgesundheitsamt
Baden-Württemberg

Dr. Guido Fischer
+49 711 904-39660