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Wohnen + seelische Gesundheit

In Europa leiden durchschnittlich 4,5 Prozent der Allgemeinbevölkerung an Depressionen.
 
Psychische Erkrankungen können zum Selbstmord oder zum Selbstmordversuch führen. Zurzeit sterben in der Europäischen Union etwa 58 000 Bürger jährlich durch Selbsttötung; dies ist mehr als die jährliche Todesfallrate durch Straßenverkehrsunfälle (50 700). Bei bis zu 90 Prozent der Selbstmordfälle gehen seelische Erkrankungen voraus - häufig sind es Depressionen.
 
So leiden Menschen signifikant häufiger an Depressionen und Angstzuständen, wenn die Wohnverhältnisse zu wenig Schutz vor Gefahren bieten - man denke an Lärm, Kälte oder Vandalismus und Kriminalität. Das ist auch der Fall, wenn die Unterkunft zu wenig Tageslicht aufweist, kaum Sicht aus den Fenstern bietet und über zu wenig zugehörige Grünflächen verfügt.
 
Das Wohnen unter unzureichenden Wohnbedingungen ist meist mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status verknüpft  und konzentriert sich in unterprivilegierten Wohnvierteln. Wenn bestimmte Wohngebiete mit dem Stigma der Armut versehen sind, besteht die Gefahr der Bildung von Ghettos, die sich in einer Abwärtsspirale bewegen. Die betroffenen Gebiete sind einwohnerstarke, hoch verdichtete Quartiere mit deutlich erkennbaren Defiziten: Bauliche Mängel, Umweltbelastungen, ein wenig ansprechendes Umfeld, geringes Arbeitsplatzangebot, fehlende nachbarschaftliche Beziehungen oder der Mangel an sozialer und kultureller Infrastruktur.
 
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die soziale Schichtzugehörigkeit über den gesamten Lebenslauf eng mit den gesundheitlichen Chancen zusammenhängt. Die äußeren Ursachen für psychische Erkrankungen im Umfeld der Patienten sind daher nur schwer getrennt voneinander zu analysieren. Vielmehr beeinflussen, ja verstärken sie sich gegenseitig.
 
Um diesem verhängnisvollen Kontext entgegen zu wirken und einer sozialen Polarisierung vorzubeugen, haben Bund und Länder in Deutschland das bundesweite Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt" auf den Weg gebracht. Es gilt die Integration von Zuwanderern, einkommensschwachen Familien und alleinstehenden älteren Personen zu fördern und die Identifikation der Menschen mit dem Stadtteil zu stärken. Sozial gemischte Wohngebiete mit frei finanzierten Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen sowie Generationenprojekte können dazu beitragen, die Situation in belasteten Wohnvierteln zu entschärfen und die nachbarschaftlichen Beziehungen zu stärken.
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Kontakt

WHO CC für Wohnen und Gesundheit
am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Snezana Jovanovic
+49 711 904-39651

Weitere Informationen

Mental health and housing