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Wohnen mit Kindern

Ein gesundes Wohnumfeld ist für Kinder besonders wichtig. Für ihre körperliche und seelische Entwicklung spielen Umwelteinflüsse und Lebensbedingungen eine zentrale Rolle (WHO, 2006).

Kinder reagieren besonders empfindlich auf Umweltbelastungen, zum Beispiel mit Atemwegserkrankungen auf feuchte Wohnungen (ENHIS, 2009). Zum einen können sie einer höheren Schadstoffbelastung ausgesetzt sein als Erwachsene. Sie nehmen durch „Hand-zu-Mund-Kontakt“ und beim Spielen auf dem Boden zum Beispiel aus dem Hausstaub vermehrt schädigende Substanzen, wie Weichmacher (Phthalate) auf (KUS, 2004). Durch ihre höhere Atemfrequenz können mehr Schadstoffe oder Allergene als bei Erwachsenen in die Lunge gelangen. Zum anderen reagieren Kinder in bestimmten Phasen ihrer Entwicklung besonders sensibel auf Schadstoffe. So gibt es bei der Entwicklung der Organe während der Schwangerschaft bestimmte „Fenster der Suszeptibilität“ (Schneider, 2002; EEA, 2002). Kleinkinder gelten als besonders empfindlich für Blei und Quecksilber (Wilhelm, 2010; HBM-Kommission 1999). Sie stellen daher eine spezielle Risikogruppe dar: Kinder sind besonders vulnerabel.

Rauchen in Anwesenheit von Kindern kommt einer Körperverletzung gleich (DKFZ, 2004). Eltern sollten schon vor der Geburt ihrer Kinder für eine rauchfreie Umgebung sorgen.

Beim Renovieren ist zu bedenken, dass Emissionen aus Farben, Lacken oder neuen Möbeln die Raumluft belasten können. Säuglinge sind nicht in der Lage, sich solchen Belastungen zu entziehen, geschweige denn Abhilfe zu schaffen. Oftmals lüften Eltern zu wenig, um Wärmeverlust oder Zugluft zu vermeiden. So kann es vorkommen, dass gerade im Kinderzimmer die Luftqualität am schlechtesten ist. Renovierungsarbeiten sollten mit gesundheitlich unbedenklich Produkten erfolgen. Auf schadstoffarme Bauprodukte, Farben und Lacke weist zum Beispiel das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ hin.

Kinder unter drei Jahren verunglücken am häufigsten zu Hause. Daher sollten alle Möbel stabil und standfest sein (Prüfsiegel, wie das GS-Zeichen, stehen für geprüfte Sicherheit) und dürfen keine scharfen Ecken, überstehende oder kleine abnehmbare Teile haben. Alle Verletzungsgefahren, besonders in der Küche, im Bad und bei Treppen, gilt es zu erkennen und zu minimieren.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet Risiken von Spielzeug und deren Inhaltsstoffe. Ganz kostenfrei können Eltern die Gesundheit Ihrer Sprösslinge fördern, indem Sie sie möglichst viel im Freien spielen und auch mal nach Herzenslust herumtoben lassen.
zwei Kleinkinder mit Teddybär

Kontakt

WHO CC für Wohnen und Gesundheit
am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Snezana Jovanovic
+49 711 904-39651