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Unfälle im Wohnbereich

Rund ein Drittel aller Unfälle ereignen sich im Haushalt oder Wohnumfeld. Bei Kindern unter fünf und Senioren über 75 Jahren passiert sogar der größte Teil der Unfälle zu Hause.
 
Jede Wohnung birgt für die Bewohner Unfallrisiken. Stufen und Fenster, Elektrizität und Heizung, Badewannen und Herde können Gefahrenquellen sein. Einige Risiken lassen sich leicht minimieren. So können Möbel mit scharfen Kanten und offene oder rutschige Treppen mit einfachen Mitteln, wie beispielsweise Handläufen, sicherer gestaltet werden. Andere Gefahrenquellen lassen sich durch architektonische Maßnahmen und ein entsprechendes Wohnungsdesign vermindern oder vermeiden.
 
Wichtig ist, dass bedeutsame und häufige Ursachen von Unfällen im Wohnbereich identifiziert werden, um daraus wirksame Maßnahmen für die Prävention entwickeln zu können. Schon sicherheitsbewusstes Verhalten kann helfen, Unfälle zu vermeiden. Langfristig wären Richtlinien wünschenswert, die Kriterien für eine möglichst sichere Gestaltung von Wohnungen festlegen.

Häusliche Unfälle in Baden-Württemberg

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg erfasst mit dem  Programm „Monitoring Gesundheit und Umwelt" die Faktoren aus der Umwelt, die sich auf die Gesundheit auswirken können.
Die Untersuchungen, die in den Winterhalbjahren 2011/12, 2012/13 und 2013/14 bei 1380 Viertklässlern an ausgewählten Grundschulen in den Kreisen Ravensburg, Offenburg,  Ludwigsburg und Emmendingen durchgeführt wurden, zeigen:
 
  • Insgesamt hatte etwa ein Drittel der untersuchten Kinder in den letzten 12 Monaten vor der Befragung der Eltern mindestens einen Unfall.
  • Bei den Unfällen überwogen Stürze bzw. Fälle (17 %) und Schnitt- oder Stichwunden (13 %).
  • Als wohnbedingte Einflussfaktoren für ein erhöhtes Unfallrisiko wurden ein Baujahr des Hauses zwischen 1950 und 1980 im Vergleich zu einem Baujahr vor 1950 und eine Wohnlage mit Beeinträchtigung durch Lärm ermittelt.
  • Bei den Unfallursachen lagen Verletzungen an Konstruktionselementen (Wand, Boden, Treppe, Tür, Fenster) an erster Stelle (11.6 %), an zweiter Stelle lagen Verletzungen beim Umgang mit Messern bzw. Besteck (8.1 %).
  • Von den Unfällen waren die Extremitäten am häufigsten betroffen.
  • Zur Behandlung der Unfälle waren in den meisten Fällen Maßnahmen der Selbsthilfe ausreichend.
 
Die Angaben der Eltern, nach denen jedes dritte Kind im Jahr vor der Untersuchung einen häuslichen Unfall hatte, weisen auf die Bedeutung der Unfallprävention bei Kindern hin. Nach unseren Untersuchungen stellte die Lärmbelastung der Kinder einen wesentlichen Risikofaktor dar; auch in anderen Studien konnte Lärm als wichtiger Einflussfaktor ermittelt werden.

Weiterführende Informationen

Mit einigen Vorkehrungen können Sie das Risiko von Stürzen stark reduzieren. Überprüfen Sie doch selbst einmal, ob Ihr zu Hause den folgenden Sicherheitsaspekten genügt und werden Sie aktiv, wenn Sie irgendwelche Mängel feststellen.

Die Aktion "Das Sichere Haus" hat am 03.01.2011 eine Pressemeldung zum Thema "Mehr Unfalltote in Privathaushalten" herausgegeben. Vor allem für Senioren bestehen in den eigenen vier Wänden Unfallrisiken. Rund 5.100 über 65-Jährige sind im Jahr 2009 in der Folge eines häuslichen Sturzes gestorben. Ein kostenloses Broschürenpaket ist nun wieder bestellbar (Link siehe rechts unter "Weitere Informationen").