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Krankheitslast durch Wohnen 

Unzureichende Wohnbedingungen verursachen in Europa jährlich mehr als 100 000 Todesfälle. 
 
Neue Erkenntnisse der WHO belegen, dass unzureichende Wohnbedingungen eine ernstzunehmende umweltbedingte Bedrohung für die Gesundheit darstellen. Sie sind jährlich für über 100 000 Todesfälle in der Europäischen Region verantwortlich. Unzureichende Wohnbedingungen fördern die Entwicklung einer Vielzahl vermeidbarer Krankheiten und Verletzungen, darunter Erkrankungen der Atemwege und des Nervensystems, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Dies ist das wichtigste Fazit eines am 23. Juni 2011 vom WHO-Regionalbüro für Europa veröffentlichten Berichts mit dem Titel „Die umweltbedingte Krankheitslast durch unzureichende Wohnbedingungen“.
 
In diesem Bericht werden Erkenntnisse über Gefahren im Wohnumfeld und die damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen zusammengefasst und Empfehlungen erarbeitet, wie diese gesundheitlichen Folgen quantitativ erfasst werden können. Dabei wird die umweltbedingte Krankheitslast aufgrund unzureichender Wohnbedingungen für elf konkrete Risiken im Wohnumfeld abgeschätzt.
 
Erstmals werden mit diesem quantitativen Bericht zahlreiche Risikofaktoren, wie Lärmbelastung, Feuchtigkeit, Raumluftqualität, Kälte und Unfallrisiken in einem Dokument abgehandelt. Jedes Kapitel enthält eine statistische Analyse, die sich auf solide Daten und gesicherte wissenschaftliche Evidenz stützt.
 
Ein erheblicher Teil des Wohnungsbestands in der Europäischen Union wies noch im Jahr 2009 eine Vielzahl von Gesundheitsrisiken auf. So ergab die Auswertung übermäßige Lärmbelastung (22%), Feuchtigkeit (16%), beengte Wohnverhältnisse (18%), Probleme mit der Beheizung im Winter (9%) und das Fehlen sanitärer Einrichtungen wie einer Spültoilette (3%) oder eines Bades oder einer Dusche (3%) in Innenräumen. Vergleichbare statistische Daten sind für die Länder der Europäischen Region, die nicht zur EU gehören, nicht leicht zu erhalten. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Wohnungssituation insbesondere für die einkommensschwache Bevölkerung in diesen Ländern schlechter ist.