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Thermische Behaglichkeit

Der Einfluss des Klimas und der Raumtemperatur auf die Gesundheit gewinnt angesichts der globalen Klimaentwicklung und häufigeren Hitze- oder Kälteperioden an Bedeutung. Lesen Sie daher auch die Themenseite zum Klimawandel. Wohnungen bieten Schutz vor extremen Witterungseinflüssen: Im Sommer vor übermäßiger Hitze und starker Sonneneinstrahlung, im Winter jedoch vor der Kälte.
 
Der Fachausdruck thermische Behaglichkeit oder thermischer Komfort bedeutet, mit der Temperatur, der Feuchte und der Luftbewegung in der Umgebung zufrieden zu sein und weder wärmere noch kältere, noch trockenere oder feuchtere Raumluft zu benötigen. Dieses subjektive Wohlbefinden in der Wohnung beeinflusst der Mensch auch selbst, beispielsweise durch seine Tätigkeiten und die Art seiner Bekleidung.
 
In den meisten europäischen Ländern müssen Wohnungen im Winter geheizt werden, um eine ausreichende Raumtemperatur zu bieten. Thermische Isolierung und ein funktionierendes Heizungssystem sind daher Grundausstattung einer Wohnung. Untersuchungen in Großbritannien belegen, dass Todesfälle durch ungenügende Raumtemperaturen primär die ältere Bevölkerung betreffen und bei sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten auftreten. (Quelle: WHO; Excess winter morbidity among older people).
 
Die Heizenergie, um in der Wohnung ein behagliches Klima zu schaffen, muss daher auch für Randgruppen der Bevölkerung bezahlbar sein. Aus Kostengründen und unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ist die Verminderung des Energieverbrauchs eine wichtige Zukunftsaufgabe im Wohnungsbau. Wärmedämmung führt aber auch zu zunehmender Dichtigkeit von Gebäuden und damit in der Regel zu einem verringerten Luftaustausch. Dies kann zu Lasten der Luftqualität gehen. Moderne energieeffiziente Lüftungsanlagen streben daher einen Kompromiss zwischen Belüftung bzw. Luftaustausch und dem Verlust von Wärme und Energie an.
 
Langanhaltend hohe Temperaturen im Sommer können vor allem bei älteren Menschen zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu Todesfällen führen. So wird geschätzt, dass die Hitzewelle im Sommer 2003 für über 20.000 zusätzliche Todesfälle in Europa verantwortlich war. Schon bei der Planung von Wohnraum sollte daher an ausreichend Schutz vor übermäßiger Hitze und ausreichende Beschattung gedacht werden. Außerdem sollten empfindliche Menschen bei Hitzewellen zusätzlich kurzfristige Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört zum Beispiel, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
brennender Kaminofen

Kontakt

WHO CC für Wohnen und Gesundheit
am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Snezana Jovanovic
+49 711 904-39651