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Baumaterialien

Wohnhäuser werden in Europa meist für eine langfristige Nutzung durch mehrere Generationen gebaut. Von zahlreichen Baumaterialien, Bauprodukten oder baulichen Faktoren ist bekannt, dass sie die Gesundheit beeinträchtigen können.
 
Für Radon, Asbest und Blei sind die Auswirkungen auf die Gesundheit schon vor vielen Jahren aufgedeckt worden. Aber noch immer sind diese Schadstoffe in vielen europäischen Wohnungen vorhanden. Gegenwärtig richtet sich das Augenmerk verstärkt auf flüchtige organische Verbindungen (VOC für volatile organic compounds), die vorwiegend aus Teppichen, Farben oder Möbeln stammen. Aber auch schwerer flüchtige Stoffe wie z. B. polychlorierte Biphenyle (PCB), Weichmacher (z. B. Phthalate) oder partikelförmige Substanzen können in Baustoffen enthalten sein und aus ihnen freigesetzt werden. In vielen Fällen beeinflussen diese Substanzen die Qualität der Innenraumluft, die von den Bewohnern eingeatmet wird.
 
Gegenwärtig werden in verschiedenen europäischen Ländern auf der Grundlage der Europäischen Bauproduktenrichtlinie Überlegungen angestellt, wie gesundheitliche Aspekte bei der Zulassung von Bauprodukten berücksichtigt werden können. Grundlegende Arbeiten hierzu wurden unter der Federführung der European Collaborative Action „Indoor Air Quality & its Impact on Man“ (ECA-IAQ) erarbeitet und 1997 veröffentlicht.
 
In Deutschland hat der „Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten“ (AgBB) beim Umweltbundesamt auf dieser Basis ein Bewertungsschema für flüchtige organische Substanzen (VOC) aus innenraumrelevanten Bauprodukten erstellt. Dieses Schema wird bisher bei der Zulassung von Teppichböden eingesetzt.
 
In Frankreich wurde von der Französischen Agentur für Gesundheit in der Umwelt und bei der Arbeit (Agence française de sécurité sanitaire de l'environnement et du travail - Afsset) ein ähnliches Schema zur Bewertung von VOC und Formaldehyd aus Bauprodukten entwickelt.
 
In Finnland können Bauprodukte anhand ihrer VOC-Emissionen verschiedenen Klassen zugeordnet werden.
 
Dänemark und Norwegen haben ein Indoor Climate Label entwickelt, mit dem Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände anhand ihrer Emissionen bewertet werden können.
 
In Deutschland stellt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft ein Informationssystem zu Gefahrstoffen (GISBAU) zur Verfügung, das Angaben über Inhaltsstoffe von Baumaterialien und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit ihnen enthält.
Dachgeschoss eines Rohbaus

Kontakt

WHO CC für Wohnen und Gesundheit
am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Snezana Jovanovic
+49 711 904-39651