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Veranstalter

Unser Know How im NETZWERK NEUE FESTKULTUR hat sich auch in zahllosen Gesprächen mit Festveranstaltern gefestigt. Bei diesen Diskussionen, oftmals mit Ehrenamtlichen aus der Vereinsarbeit, war oft ein Spagat zu bewältigen: Einerseits ist es regelmäßig der (harte) Alkohol, der beim Vereinsfest den Umsatz garantiert und die Kasse aufbessert. Andererseits soll sich das Ende des Festes nicht bis zum Morgengrauen hinziehen, denn Vereinsmitglieder sollen ja auch noch den Abbau in verträglichem Rahmen bewerkstelligen. Kein Festveranstalter will letztlich, dass die Presse nach dem Festwochenende nur vom Polizeieinsatz, von einer Schlägerei oder von der Einlieferung Einzelner in die Klinik berichtet.

Aus dieser Problemzone heraus sind in vielen Diskussionen sogenannte Eckpunktepapiere entstanden. Diese bestehen zunächst aus Hinweisen auf rechtliche Vorgaben wie Jugendschutzgesetz oder Gaststättengesetz, aber auch aus freiwilligen Vereinbarungen, die den Festverlauf positiv beeinflussen, wie z.B.

  • frühere Anfangszeiten
  • verbindliches Ende des Festes
  • voller Eintrittspreis bis 01 Uhr
  • konsequente Zugangskontrolle
  • geeignetes Sicherheitspersonal
  • keine Lockangebote beim Alkohol


Eines dieser Eckpunktepapiere (z.B. aus dem Landkreis Sigmaringen) finden Sie rechts unter „Weitere Informationen“. Es wurde evaluiert und beide Evaluationsergebnisse zeigen u.a.

  • keine Verschlechterung der Stimmung
  • kein Rückgang der Besucherzahlen
  • Vorbereitung ist aufwändiger
  • Veranstalter sind zufriedener
  • weniger Einsätze von Polizei und Rettungsdienst

Die Ergebnisse der Evaluation können Sie ebenfalls rechts unter „Weitere Informationen“  einsehen.

Rechtliches

Als Festveranstalter tragen Sie die Verantwortung dafür, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
 
Das Gaststättengesetz erlaubt zunächst dem (gewerblichen) Konzessionsinhaber, ein Fest auszurichten. Daneben kann bei besonderem Anlass auch jedermann (z.B. Verein)  eine vorübergehende Erlaubnis - Gestattung genannt - erhalten. Der Begriff „besonderer Anlass“ wird mitunter strapaziert und die Kommune muss letztlich entscheiden, ob ein besonderer Grund vorliegt. Nebenbei verlangt das Gesetz, dass mindestens 1 alkoholfreies Getränk nicht teurer als das billigste alkoholische Getränk (bei gleicher Menge) sein darf. Zudem enthält es das Verbot, Alkohol an erkennbar Betrunkene zu verabreichen. Für den Festveranstalter lohnt sich, dieses Gesetz mit seinen rund 30 Paragrafen aufmerksam zu lesen.
 
Das Jugendschutzgesetz definiert z.B. bei Tanzveranstaltungen bestimmte Zeitgrenzen für verschiedene Altersgruppen. Diese Zeitgrenzen können seit der Fassung vom April 2003 durch den „Erziehungsbeauftragten“ aufgeweicht werden oder auch ganz fallen. Sie als Veranstalter legen aber über Ihr Hausrecht fest, ob Sie diese Erziehungsbeauftragung anerkennen oder ob Sie grundsätzlich auf die minderjährigen Gäste nach 24 Uhr verzichten wollen. Ganz nebenbei steht im Jugendschutzgesetz auch, dass Sie für den Ausschank und den Konsum von alkoholischen Getränken in der entsprechenden Altersgruppe verantwortlich sind. Dies bedeutet, dass Sie z.B. die Weitergabe von Wodka-Bull an einen Minderjährigen verhindern müssen, nachdem ein 18-Jähriger beide Gläser an der Getränkeausgabe erhalten hat. Das Jugendarbeitsschutzgesetz setzt Grenzen, wenn Kinder oder Jugendliche bei der Ausrichtung eines Festes mithelfen sollen.
 
Das neue Personalausweisgesetz verbietet inzwischen, Ausweise von 16- bis 18-jährigen Gästen einzubehalten. Bisher war dies eine gute Methode, um die 24 Uhr – Kontrolle effektiv durchzuführen. Die Alternativlösung:  www.partypass.de
Wichtig dabei ist aber, dass Sie als Veranstalter den Hinweis auf den Partypass schon frühzeitig in Ihre Werbung aufnehmen.
 
Schließlich macht noch das Landesnichtraucherschutzgesetz Aussagen über das Rauchen in Gaststätten und an anderen Veranstaltungsorten. 

Tipps am Schluss:

Bei manchen Veranstaltungen ist es bereits im Vorfeld sinnvoll, sich mit Kommune und zuständiger Polizei zusammenzusetzen und dabei Sicherheitsaspekte zu besprechen.
 
Bei Veranstaltungsbeginn ist es vorteilhaft, sich bei der zuständigen Polizeidienststelle zu melden und die gegenseitige Erreichbarkeit auszutauschen. Dies gewährleistet Kommunikation auf kurzen Wegen.