Fußschutz
Gut zu Fuß in der Pflege: Die richtigen Arbeitsschuhe
Viele Arbeitsunfälle sind auf ungeeignetes Schuhwerk zurückzuführen. Wenn Schuhe bei pflegerischen Tätigkeiten, wie z.B. Mobilisieren, Bewegen und Lagern von Patienten, nicht die nötige Standsicherheit geben, können Verletzungen am Bänderapparat entstehen. Aber auch Stürze und ihre Folgen sind oft das Ergebnis falschen Schuhwerks.
Arbeitgeber sind nur dann verpflichtet, Sicherheitsschuhe zur Verfügung zu stellen, wenn mit Fußverletzungen durch äußere Einwirkungen, wie einklemmen oder hineintreten in spitze Gegenstände, zu rechnen ist. Häufig müssen sich also Arbeitnehmer selbst um ihr Schuhwerk kümmern. Oft wird auf scheinbar preisgünstige, aber nicht geeignete Modelle zurückgegriffen. „Preisvorteile“ aber relativieren sich schnell, wenn man bedenkt, wie kostbar die eigene Gesundheit ist. Häufig ist auch eine Mischung aus Nachlässigkeit, modischen Erwägungen und vermeintlicher Bequemlichkeit Ursache der falsche Schuhwahl. Dabei gibt es – sowohl was die Mode als auch was den Tragekomfort angeht – sehr gute und geeignete Schuhe. Zahlreiche Sportschuhe z.B. erfüllen die Anforderungen voll und ganz. Allerdings sind sie etwas teurer als die „klassischen Arbeitsschuhe“.
Tragekomfort und Halt:
Schuhe, deren Absätze höher als zwei Zentimeter sind, beeinträchtigen die Standfestigkeit. Zusätzlich hat ein zu hoher Absatz negative Auswirkungen auf die Körperhaltung. Das Gewicht verlagert sich auf den vorderen Fußteil. Das ist weder bequem noch gesund, denn durch eine veränderte Beckenstellung kommt es schließlich zur Belastung der Wirbelsäule. Falsches Schuhwerk kann zu schmerzhaften Rückenleiden führen. Arbeitsschuhe müssen zu allen Seiten festen Halt bieten. Offene Schuhe sind problematisch, insbesondere dann, wenn man Betten, Rollstühle oder Hebehilfen schieben muss. Sandalen oder „Latschen“ sind nicht sicher – speziell in Verbindung mit überdicken Laufsohlen.
Die wichtigsten Kriterien:
- Prüfen Sie, ob die Schuhe auf nassen Böden rutschfest sind.
- Der Schuh sollte die Zehen vorne schützen und eine geschlossene, feste Fersenkappe haben. Das garantiert Standsicherheit und erlaubt auch schnelle Drehbewegungen.
- Die Fersenkappe schützt Ferse, Sehnen, Bänder sowie Gelenke und gibt dem Fuß seitlichen Halt. Eine Polsterung hilft, Verletzungen der Achillessehne zu vermeiden.
- Eine durch schnüren oder Klettverschluss regulierbare Spannweite stellt sicher, dass der Schuh fest am Fuß sitzt. Ein „Schwimmen“ des Fußes wird verhindert.
- Ein anatomisch geformtes Fußbett stützt den Fuß und entlastet das Fußgewölbe. Stöße werden aufgefangen. Eine dämpfende Sohle fördert diesen Effekt.
- Wasser abweisendes, strapazierfähiges und pflegeleichtes Material ist zu empfehlen. Auch sollte es atmungsaktiv sein. Socken aus funktionellem Gewebe (z.B. Mikrofaser) wirken unterstützend.
- Bei Arbeitsschuhen empfiehlt es sich, zwei Paare im Wechsel zu benutzen. Nicht nur die Füße, auch die Schuhe brauchen „Erholung“. Eine Sohle mit Dämpfung benötigt fast einen ganzen Tag, bis sie wieder zu ihrer alten Elastizität zurückfindet.
Stand 11/2007