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ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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Welche Umwelteinflüsse werden beobachtet?

Die Beobachtungsgesundheitsämter beschäftigen sich gegenwärtig vorrangig mit den folgenden fünf Themenfeldern:

  • Wohnen und Gesundheit
  • Schadstoffe aus unserer Umwelt
  • Allergene und Atemwegserkrankungen
  • Körpergewicht, Bewegung und Ernährung
  • Impfschutz gegen Masern, Mumps, Röteln und FSME

Wohnen und Gesundheit

Besonderes Augenmerk legt das Konzept Beobachtungsgesundheitsämter auf gesundheitliche Einflüsse durch die Wohnverhältnisse. Im Fragebogen "Gesundheit, Umwelt, Ernährung und Wohnen" werden grundlegende Daten zum Wohnungstyp, der Wohndauer, dem Alter des Hauses oder zur Wohnlage im Verhältnis zu Straßen erhoben. Diese Beschreibung der Wohnverhältnisse beinhaltet auch, ob sich die Bewohner durch Lärm, Verkehr oder fehlende Grünflächen beeinträchtigt fühlen. Mögliche Belastungsschwerpunkte sollen durch die systematische Erhebung solcher Daten erkannt und Zusammenhänge mit gesundheitlichen Wirkungen frühzeitig aufgespürt werden. Dies ist die Aufgabe des am Landesgesundheitsamt eingerichteten WHO-Kooperationszentrums für Wohnen und Gesundheit.
Neben den objektiv messbaren Belastungen, etwa durch den Verkehr, spielen hier auch eine Reihe von Faktoren im Wohnumfeld eine Rolle, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Zum Beispiel kann eine ansprechende Gestaltung des Wohnviertels mit viel Grünflächen die körperliche Aktivität im Freien und die sozialen Kontakte fördern. Mehr zur gesundheitlichen Bewertung von Wohnbedingungen finden Sie auf den Seiten des WHO-Kooperationszentrums.

     Zur Startseite des WHO CC zum Thema  Wohnen und Gesundheit     

Schadstoffe aus unserer Umwelt

Ärzte bei Untersuchung © LGA

Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit den Belastungen des menschlichen Organismus mit Schwermetallen und schwer abbaubaren organischen Substanzen aus der Umwelt. Sie werden mittels Biomonitoring erfasst. Darunter versteht man das Messen der Konzentration von Schadstoffen oder deren Stoffwechselprodukten (Metabolite) im Organismus selbst. Dazu werden Körperflüssigkeiten untersucht, beispielsweise das Blut oder der Urin. Das Biomonitoring dient somit als Maß für die tatsächlich aufgenommene Schadstoffdosis über alle Aufnahmepfade. Das bedeutet, dass nicht nur die Ernährung, sondern auch andere Wege für die Aufnahme wie das Einatmen, unabsichtliches Verschlucken oder die Aufnahme über die Haut erfasst wird. Es berücksichtigt dabei die individuellen Besonderheiten eines Stoffes bezüglich der Aufnahmewege, Speicherung, Metabolisierung oder Ausscheidung der Stoffe im menschlichen Organismus.

Im Projekt Beobachtungsgesundheitsämter werden in der Untersuchungsrunde 2008/2009 folgende Schadstoffe untersucht:

  • Blei im Blut
  • Quecksilber im Urin 
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB) im Blut
  • Dioxine und Furane (PCDD/PCDF) in Sammelblutproben
  • Flammschutzmittel (PBDE) in Sammelblutproben

 

Allergene und Atemwegserkrankungen

 

Pollenkörner mit unterschiedlichen Oberflächen von unterschiedlichen Pflanzen im Raster-Elektronenmikroskop

Verschiedene biologische Stoffe aus der Umwelt können Allergien auslösen. Dazu gehören zum Beispiel die Pollen zahlreicher Pflanzen, Ausscheidungen von Milben im Hausstaub,    
Katzen- und Hundehaare, Sporen von Schimmelpilzen, aber auch verschiedene Bestandteile von Nahrungsmitteln. Zu den allergischen Erkrankungen gehören bei Kindern
insbesondere Hautallergien (atopische Dermatitis), Asthma und Heuschnupfen. Als eine Vorstufe der Allergie wird die Bildung von Antikörpern der IgE-Klasse bei Anwesenheit der Allergene angesehen.

Diese Antikörper können im Blut nachgewiesen werden (Sensibilisierung). In den letzten Jahren wird vom Landesgesundheitsamt verstärkt die Sensibilisierung gegenüber Pollen des Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) untersucht, einer Pflanze, die sich in Europa immer mehr ausbreitet und schwere Allergien verursachen kann. 

  1. Allergien
  2. Biologischen Risiken
  1. Infoflyer "Ambrosia-Pflanzen - Ursache für die Zunahme von Allergien" (PDF; 874 KB)

  

Körpergewicht, Bewegung und Ernährung

 

Starkes Übergewicht ist mit höheren Gesundheitsrisiken verbunden. Da die Grundlagen für ein späteres Übergewicht oft schon im Kindesalter gelegt werden, sollte bereits bei den Kindern auf eine günstige Entwicklung des Körpergewichts geachtet werden. In diesem Teil der Untersuchung wird die Häufigkeitsverteilung des Körpergewichts und des Body-Mass-Indexes (BMI) bei 10-jährigen Kindern ermittelt. Durch einen Vergleich dieser Daten uber mehrere Jahre hinweg kann valide beurteilt werden, ob die Häufigkeit von Übergewicht bei den Jugendlichen zunimmt und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Aus diesem Grund werden auch Fragen zu Bewegung und Ernährung in diese Untersuchungen mit einbezogen.  

  1. Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) bei Kindern
  1. BMI-Selbsttest

 

Impfschutz gegen Masern, Mumps, Röteln und FSME

 

Ärztin beim Impfen eines Mädchens © Monkey Business - Fotolia.com

Die Beobachtungsgesundheitsämter erheben Impfdaten und bestimmen in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut den Impfstatus gegen die Erreger der Infektionskrankheiten Masern, Mumps, Röteln und Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME). Dabei wird die Konzentration der für Masern, Mumps und Röteln, sowie FSME spezifischen Antikörper, also der Antikörpertiter, im Blut oder in der Mundflüssigkeit (nur Masern) gemessen. Damit soll abgeschätzt werden, wie wirksam die Impfungen sind, wie viele Kinder über einen ausreichenden Impfschutz verfügen und ob die Bestimmung von Antikörpern aus der Mundflüssigkeit genauso zuverlässig ist wie im Blut.
Die Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung, mit typischen Symptomen wie Fieber und Hautausschlag am ganzen Körper. Neben einer teilweise schweren Beeinträchtigung durch die Erkrankung selbst kann es bei 10-20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen kommen. Diese reichen von Mittelohrentzündung über Lungenentzündung bis hin zu einer Gehirnentzündung, die dauerhafte Schäden hinterlassen kann. Auch Todesfälle kommen vor.

Mit einer Impfung, die sehr gut wirksam und verträglich ist, kann man sich gegen Masern schützen. Die Impfung gehört zu den Standardimpfungen, die die Ständige Impfkommission für Deutschland empfiehlt. Sie wird in der Regel mit einer Mumps- und Rötelnimpfung kombiniert. Trotzdem registrierte das Landesgesundheitsamt im Frühjahr 2008 eine Häufung von Masernerkrankungen vor allem im badischen Landesteil. Das Robert-Koch-Institut fasst die Fälle im epidemiologischen Bulletin zusammen. 

  1. Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin
  2. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)