Baden-Württemberg

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ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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Biomonitoring des Bleigehaltes im Blut

 

Blei ist ein giftiges Schwermetall, das das Nervensystem, die Blutbildung und die Nieren schädigen kann, wenn es über längere Zeit aufgenommen wird. Näheres über Vorkommen und Verwendung von Blei sowie seiner Verbindungen und seine gesundheitlichen Wirkungen finden Sie am Ende dieser Seite.

Die Überwachung der Belastung durch Schadstoffe in biologischem Material, wie Blut oder Urin, nennt man Humanbiomonitoring oder kurz HBM. Für den Nachweis der Belastung mit Blei ist die Messung der Bleikonzentration im Blut am besten geeignet, da sich Blei an die roten Blutkörperchen anlagert. Nachdem die Verwendung von verbleitem Benzin als Kraftstoff zunächst schrittweise reduziert und im Jahr 1988 für Normalbenzin verboten wurde, ist die Belastung der Bevölkerung deutlich gesunken. Mitte der 80er Jahre lagen die Mittelwerte in der Bevölkerung noch bei ca. 70 µg/l Blut. Untersuchungen bei Kindern aus Baden-Württemberg zeigen einen weiteren Rückgang des Bleigehalts im Blut von ca. 30 µg/l Blut im Winterhalbjahr 1992/93 auf ca. 20 µg/l im Winterhalbjahr 2002/2003.

  1. Ergebnisse des Bleimonitorings (PDF; 16 KB)

Durch die Messungen im Winterhalbjahr 2008/2009 möchten wir herausfinden, ob dieser rückläufige Trend weiter anhält. Außerdem geht es um die Frage, ob bei Kindern, die in Regionen mit einer erhöhten Bleibelastung im Boden leben, höhere Bleikonzentrationen im Blut nachweisbar sind. Erhöhte Bleiwerte im Boden können natürlicherweise dort auftreten, wo eine das Mineral Bleiglanz führende Bodenschicht an die Erdoberfläche gelangt. Sie finden sich auch im Abraummaterial von Bergwerken, die im Mittelalter im Schwarzwald betrieben wurden. Untersucht werden daher Kinder aus dem Einzugsbereich ehemaliger Bergbaugebiete im Südschwarzwald, beispielsweise Gebiete im Wiesental und die Umgebung von Badenweiler und Sulzburg. Das Blut von Kindern aus anderen Regionen in Baden-Württemberg mit nachweislich niedrigem Bleigehalt im Boden dient dabei als Kontrolle.

Bisher wurde ein Wert von 100 µg Blei/l Blut bei Kindern als Konzentration angesehen, unterhalb der nicht mit gesundheitlichen Wirkungen zu rechnen ist. Die Human-Biomonitoring-Kommission am Umweltbundesamt hatte daher einen Wert von 100 µg/l als HBM-1-Wert festgelegt. Nach neueren Erkenntnissen muss jedoch davon ausgegangen werden, dass auch unter 100 µg/l Blei im Blut noch Zusammenhänge zwischen dem Bleigehalt und neuropsychologischen Merkmalen, wie Aufmerksamkeit, Problemlösungskompetenz oder der Gedächtnisleistung, auftreten können. Die HBM-Kommission hat daher während ihrer 35. Sitzung im April 2008 beschlossen, die toxikologisch begründeten HBM-Werte für Blei im Blut auszusetzen. Die Stellungnahme der Kommission hierzu wurde als 2. Addendum zur Stoffmonographie Blei im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht. Gegenwärtig kann also keine Konzentration von Blei im Blut angegeben werden, bei der schädliche Wirkungen auf die Gesundheit ausgeschlossen werden können.

 

Weiterführende Informationen

  1. Blei als Umweltschadstoff
  2. Gesundheitliche Wirkungen von Blei
  1. Stoffmonographie Blei - Referenz- und Human-Biomonitoring-Werte (HBM)
  2. 2. Addendum zur Stoffmonographie Blei - Referenz- und "Human-Biomonitoring"-Werte der Kommission "Human-Biomonitoring"
Kontakt

Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
 Dr. Bernhard Link
Tel. +49 (0) 711 904-39650