Diabetes mellitus Typ 2 - Zuckerkrankheit
Grundsätzlich bezeichnet der Begriff Diabetes eine Störung des Zuckerstoffwechsels im Körper, die zu einer chronischen Erhöhung des Blutzuckers führt. Mit der Blutzuckererhöhung steigt das Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Schädigung der Sehkraft der Augen (bis zum Erblinden), Störungen der Funktion der Nieren (bis zum völligen Nierenversagen), Schädigungen der Nerven oder der Gefäße mit Durchblutungsstörungen in den Beinen oder Füßen.
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Diabetes mellitus Typ 2 - Zuckerkrankheit
Zwei wesentliche Formen der Zuckerkrankheit sind zu unterscheiden:
Diabetes mellitus Typ 1,
- der vorwiegend in jüngeren Jahren auftreten kann (Kinder – junge Erwachsene),
- deshalb früher auch als jugendlicher Diabetes bezeichnet wurde,
- bei dem durch die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse der Botenstoff Insulin fehlt und
- für den leider bislang keine wirksamen, vorbeugenden Maßnahmen zur Vermeidung des Auftretens der Erkrankung bestehen.
Diabetes mellitus Typ 2,
- eher mit zunehmendem Alter auftritt,
- deshalb früher auch Altersdiabetes genannt wurde,
- einen relativen Mangel an Insulin durch eingeschränkte Insulinwirkung oder verminderte Insulinmenge darstellt und
- für den in vielen Fällen eine gute Möglichkeit der aktiven Vorbeugung (Prävention) besteht.
Im folgenden wird nur auf den Diabetes mellitus Typ 2 weiter eingegangen, da er zu den derzeit wichtigsten chronischen Erkrankungen der Bevölkerung gehört und für den eine Vielzahl von erfolgreichen Möglichkeiten zur individuellen Vorbeugung (Prävention) bestehen.

Die Internationale Diabetes Föderation (IDF-International Diabetes Federation) geht in Ihren aktuellen weltweiten Schätzungen in der vierten Ausgabe ihres Diabetes Atlas davon aus, dass 2010 in Deutschland ca. 12 % der Bevölkerung an einem Diabetes leiden. Damit liegt Deutschland in Europa derzeit leider an der Spitze. Die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus ist dabei in Deutschland ebenso wie weltweit in den letzten Jahren ständig angestiegen. Die nebenstehende Graphik zeigt diesen Anstieg beispielhaft über 10 Jahre an einer Stichprobe von Versicherten der AOK Hessen.
Als wichtige Gründe für diese Entwicklung sehen Experten die zunehmende Zahl an Menschen an, die sich auf Grund ihrer Lebensweise falsch ernähren, übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen. Diese Faktoren werden auch als wichtige Gründe dafür angenommen, dass vermehrt auch Menschen bereits in jüngerem Alter an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken. Die Zunahme der Zahl an zuckerkranken Menschen wird darüber hinaus noch durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung verstärkt.
Diabetes tritt häufig zusammen mit Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen auf. Allerdings ist der Diabetes tückisch, da er über viele Jahre keine oder kaum Beschwerden verursacht. Nach Schätzung von Experten wird ein Typ 2 Diabetes daher derzeit mit einer Zeitverzögerung von im Schnitt 10 Jahren erkannt.
Insgesamt wird das Auftreten eines Diabetes mellitus Typ 2 entscheidend durch Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel gefördert. Daraus folgt, dass der Ausbruch eines Diabetes mellitus Typ 2 in vielen Fällen durch gesunde Ernährung, Gewichtsabnahme und verstärkte körperliche Aktivität verhindert oder verzögert und in der Frühphase gut behandelt werden kann. Es ist daher für jeden Einzelnen wichtig, frühzeitig ein bestehendes Diabetesrisiko bzw. einen Diabetes in der Frühform zu erkennen. Denn je eher Sie Ihr Diabetes Risiko kennen, umso früher können Sie etwas für sich tun. Ferner ist die Behandlung im Frühstadium der Erkrankung/Störung einfacher. Der GesundheitsCheck DIABETES - FINDRISK stellt eine gute Möglichkeit hierfür dar.
Den Test finden Sie über die Seite Risikotest Diabetes.
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Hinweise
Der fachliche Inhalt der Seiten zum Thema Diabetes basiert im Wesentlichen auf den Empfehlungen und Diabetesleitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft / diabetesDE.
Die inhaltliche Bearbeitung und Gestaltung der Seiten zum Thema Diabetes erfolgt in Kooperation mit
Prof. Dr. med. B.O. Böhm
Universitätsklinikum Ulm
Schwerpunktsleiter Endokrinologie und Diabetologie
Prof. Dr. med. W. Scherbaum
Universitätsklinikum Düsseldorf
Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie
Prof. Dr. med. R. Holl
ADBW - Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg e.V.
Universität Ulm - Institut für Epidemiologie