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ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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Allergien

Allergiehäufigkeit

Allergien sind zu einer Volkskrankheit geworden. Inzwischen gilt es als weitgehend wissenschaftlich gesichert, dass allergische Erkrankungen in vergangenen Jahrzehnten in den industrialisierten Ländern zugenommen haben. Nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen

  • sind 24 - 32 Mio. Deutsche allergisch vorbelastet,
  • haben 12 Mio. Menschen allergischen Schnupfen und
  • leiden 4 Mio. an Bronchialasthma.

Für Europa werden die jährlichen sozio-ökonomischen Kosten allergischer Erkrankungen derzeit auf etwa 10 Mrd. Euro (direkte Kosten) bzw. 20 Mrd. Euro (indirekte Kosten) geschätzt.

21,5 % der Eltern in den Gebieten der Beobachtungsgesundheitsämter in Baden-Württemberg gaben bei einer Untersuchung von ca. 1 000 Viertklässlern im Schuljahr 2002/03 an, dass ein Arzt bei ihrem Kind schon einmal eine Allergie festgestellt hat. Das heißt, jedes fünfte Kind im Alter von zehn Jahren hatte demnach schon einmal eine Allergie. Bei etwa jedem dritten Kind konnten in den durchgeführten Untersuchungen Antikörper gegen Inhalationsallergene im Blut nachgewiesen werden.

Innenraumallergene

80-90% seiner Lebenszeit verbringt der Mensch in Innenräumen. Es ist daher nicht überraschend, dass die Innenraumbedingungen als mögliche Ursachen im Blickfeld des Interesses stehen. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf allergische Hautreaktionen und Asthma.

Maßnahmen zur besseren Gebäudeisolierung und energiesparende Bauweisen, aber auch ungenügende Wärmedämmungen und Feuchtigkeitsschäden, bauliche Mängel (wie z. B. Kältebrücken an Außenwänden und Tauwasserbildung als Folge, Risse im Mauerwerk und in der Außenfassade, mangelnde Abdichtung zum Untergrund oder ungenügende Austrocknung des Rohbaus), unzureichendes Lüften sowie die Ausstattung heutiger Wohnungen können zu Veränderungen des Raumklimas führen. Feuchte Wände, Tauwasserbildung (Kondensat) und hohe Luftfeuchtigkeit bei geringer Luftzirkulation werden dann zu idealen Voraussetzungen für das Wachstum von Schimmelpilzen. Auch Hausstaubmilben, die ebenfalls wichtige Allergenproduzenten im Innenraum darstellen, entwickeln sich besonders gut bei hoher Luftfeuchtigkeit in warmen Räumen. Im Übermaß stellen sie Risiken für Allergien und Atemwegserkrankungen dar. Es besteht allerdings kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Allergiehäufigkeit und der Belastung von Innenräumen mit Schimmelpilzen und Hausstaubmilben.

Prävention/Aktionstage in Baden-Württemberg

Bei der Belastung mit Schimmelpilzen und Hausstaubmilben handelt es sich um Bereiche, die präventiven, d. h. risikovermindernden Maßnahmen relativ leicht zugänglich sind. Durch frühzeitige wohnraumhygienische Maßnahmen können die Symptome bei Allergikern reduziert werden. Zur Umsetzung und Akzeptanz von Maßnahmen ist die Kenntnis über das Ausmaß des Expositionsrisikos von großem Vorteil.

Zur Förderung der Information und Aufklärung der Bevölkerung hat das Regierungspräsidium Stuttgart, Landesgesundheitsamt in enger Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Karlsruhe das Projekt "Milben, Schimmelpilz & Co - Allergie-Risiko und gesundes Raumklima" auf den Weg gebracht. Die Wanderausstellung wird durch Informationsbroschüren sowie verschiedene Anschauungsmaterialien ergänzt und kann für örtliche Aktionen von interessierten Gesundheitsämtern in Baden-Württemberg ausgeliehen werden. 

Weiterführende Informationen

  1. Schimmelpilze und Allergie (PDF; 25 KB)
  2. Eingeschlepptes Traubenkraut (Ambrosia) breitet sich aus - gesundheitliche Risiken wahrscheinlich (PDF; 30 KB)
  1. Risiko Hausstaubmilben - was kann ich tun?
  2. Risiko Schimmelpilze - Was kann ich tun?

 

Kontakt

Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
- Gesundheitliche Bewertung
 Dr. Bernhard Link
Tel. +49 (0) 711 904-39650

- Epidemiologie/Statistik
 Dr. Iris Zöllner
Tel. +49 (0) 711 904-39511