Baden-Württemberg

Baden Württemberg

ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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Lärm

Lärm jeder Art, ob durch Verkehr, Gewerbe- und Bautätigkeit, berufsbedingt oder aus dem Wohn- und Freizeitbereich, ist ein Gesundheitsrisiko. Grundsätzlich ist zwischen

  • Schäden am Ohr und
  • Auswirkungen auf den übrigen Körper

zu unterscheiden. Erworbene Gehörschäden führen zu Einschränkungen der Berufsfähigkeit und erschweren die Kommunikation im sozialen Umfeld. Lärmwirkungen auf den Körper können sich u. a. durch Anstieg des Blutdrucks, Erhöhung der Herz- und Atemfrequenz, Veränderung der Gehirnaktivität, Änderung von Durchblutung und Muskelspannung, Erweiterung der Pupillen, Änderungen des Hormonhaushalts, Schlafstörungen, Belästigung oder Leistungsstörungen äußern.

Freizeitlärm kann für das Gehör zum Gesundheitsrisiko werden.
Untersuchungen zeigen, dass übermäßiger Freizeitlärm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine erhebliche Gehörgefährdung darstellt. Als wesentliche Ursachen werden laute Musik, laute Computerspiele, laute Spielzeuge (z. B. Knackfrosch, Signalpfeife, Trompete), Spielzeugwaffen oder Knallkörper angesehen.

Verschiedene Studien haben bei Jugendlichen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Hörgewohnheiten und Hörschäden nachgewiesen. Jugendliche, die mehrere Jahre lang mehr als zwei Stunden pro Tag laute Musik mit dem Walkman gehört und zusätzlich mindestens einmal pro Woche eine Disko besucht hatten, hörten bei hohen Frequenzen im Mittel um etwa zehn Dezibel schlechter als die anderen.

Lärmbedingte Hörschäden sind nicht heilbar.
Ein Gehörschaden kann als Folge von Lärmbelastung, Krankheit (z. B. Entzündung des Mittelohres) oder Verwendung von Medikamenten entstehen. Dabei spielen auch Faktoren wie das Alter eine wichtige Rolle.

Ein Gehörschaden durch Lärm entsteht, wenn der Schallpegel zu hoch ist, die Einwirkdauer zu lang bzw. die Erholungszeit zu kurz sind. Als Ursachen für lärmbedingte Hörschäden werden die mechanische Zerstörung von Innenohrhaarzellen und/oder eine Störung der Feindurchblutung im Innenohr angesehen.

Prävention/Aktionstage in Baden-Württemberg

Zur Information und Aufklärung der Bevölkerung hat das Landesgesundheitsamt das Projekt "Freizeitlärm im Innenraum - aufgehört" entwickelt, das seit dem Jahr 2000 in 39 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs durchgeführt wurde. Für Aktionstage, insbesondere an Schulen, werden technische Geräte (z. B. Schallpegelmesser, "Kunstkopf", der mit seinen elektronischen Ohren die eingestellte Lautstärke z. B. von Walkmen analysieren kann), Infomaterialien oder die Plakatausstellung "Hä - Hörgewohnheiten ändern" des Sozialministeriums an interessierte Gesundheitsämter ausgeliehen.