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Biologische Risiken

In der Umwelt und in Innenräumen ist der Mensch einer Vielzahl unterschiedlicher "biologischer Schadstoffe" ausgesetzt. Dabei kann es sich sowohl um noch lebende, als auch um bereits abgestorbene Mikroorganismen wie Bakterien und Schimmelpilze handeln. Viren und auch Parasiten wie z. B. Milben werden ebenfalls dieser Gruppe zugeordnet. Außerdem sind Stoffwechselprodukte, Zellbestandteile, Myzelbruchstücke, Ausscheidungsprodukte usw. dieser Organismen und u. a. auch von Pflanzen (Pollen) und von Haustieren hierunter im weitesten Sinne einzuordnen. Hierbei handelt es sich um nieder- bis mittelmolekulare (MVOC = Microbial Volatile Organic Compounds, Ergosterol, Toxine) sowie hochmolekulare (ß-Glukane, Allergene, Endotoxine, Pyrogene) Verbindungen. Das Spektrum der "biologischen oder biogenen Schadstoffe" erstreckt sich also von Mikroorganismen, die sich unter günstigen Lebensbedingungen (Feuchtigkeit und Wärme) vermehren können bis zu thermisch sehr stabilen chemischen Verbindungen.

Die "biologischen Schadstoffe" besitzen ein breitgefächertes Spektrum gesundheitlicher Wirkungen. Sie können u. a. eine allergene, toxische, immuntoxische, reizende, infektiöse, aber auch eine geruchsbeeinflussende sowie entzündungsauslösende Wirkung aufweisen. Die genannten Wirkungen können dabei für sich allein, aber auch in Kombination auftreten. Zur Zeit geht man davon aus, dass der allergenen Wirkung dieser "Schadstoffe" die größte Bedeutung zukommt.

Das Auftreten bzw. die Konzentration der "biologischen Schadstoffe" in der Umwelt und damit auch in Innenräumen ist meist abhängig von der Jahreszeit. Ihre Aufnahme kann inhalativ, oral und perkutan (über die Haut) erfolgen. Häufig kommt es dazu, dass mehrere dieser "Schadstoffe" gleichzeitig vorliegen. Zum Beispiel geben Schimmelpilze sowohl Allergene, Toxine, ß-Glukane als auch MVOC ab und treten bei Feuchteschäden in Wohnungen oft vergesellschaftet mit Bakterien sowie Milben auf. Auch Schimmelpilzsporen und Pollen treten bei bestimmten Jahreszeiten oft vergesellschaftet in hohen Konzentrationen auf.

Das Gebiet der "biologischen Schadstoffe" ist sehr komplex und eine Abgrenzung zu den chemischen Schadstoffen auf der einen und zu den Infektionserregern auf der anderen Seite ist nicht ganz eindeutig. So könnten z. B. die Toxine auch aus dem Blickwinkel der chemischen Gefahrstoffe betrachtet werden, während von Bakterien, die aufgrund einer Havarie mit fäkalem Abwasser in eine Baukonstruktion gelangt sind, eine große infektiöse Gefährdung ausgehen kann. Die meisten dieser "Schadstoffe" sind Teil der natürlichen Biosphäre mit einer wichtigen Funktion in den allgemeinen Lebenskreisläufen.