Schimmelpilze in Innenräumen


Aufgrund von Havarien und Hochwasserkatastrophen sowie im Zusammenhang mit Veränderungen der Bauweise und des Verhaltens der Nutzer kommen immer häufiger Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen vor.
Da Schimmelpilze allgemein abhängig von der Jahreszeit in unserem Lebensumfeld vorkommen, hat sich der Mensch mit seinem Abwehrsystem in der Regel auf das Zusammenleben mit Schimmelpilzen eingestellt. Je nach der Höhe der Belastung, der Art der vorliegenden Schimmelpilze und der Disposition der betroffenen Personen besitzen Schimmelpilze eine allergene, eine infektiöse und eine toxische Wirkung und außerdem geht von Ihnen eine geruchliche Beeinträchtigung aus.
Aufgrund der Komplexität der Schimmelpilzproblematik ist es nicht möglich, gesundheitlich begründete Grenzwerte für eine Schimmelpilzbelastung festzulegen. Im Sinne der Vorsorge wurden deshalb aus hygienischer Sicht Beurteilungskriterien abgeleitet, die sich an der Größe und Tiefe eines vorliegenden Schimmelpilzschaden orientieren. Es wird eingeschätzt, dass Schimmelschäden bis zu 20 cm2 in der Regel kein Anlass zu Besorgnis geben. Bei Schäden größer 0,5 m2 besteht hingegen Handlungsbedarf. Die Bestimmung der Schimmelpilzsporen in der Luft und im Staub sowie anderer Schimmelpilzbestandteile wie z. B. der MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds - leichtflüchtige organische Komponenten, Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen) und der ß-Glucane dienen der Abklärung, ob eine Schimmelpilzquelle in dem untersuchten Raum wahrscheinlich ist. Auch ein Schimmelpilz-Spürhund dient nur dazu, eine Schimmelpilzquelle zu lokalisieren. Weitere Angaben zu obigem Themenkomplex sind beim Umweltbundesamt in dem Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen, 2002 und in dem Bericht Abgestimmte Ergebnisprotokolle der Arbeitsgruppe "Analytische Qualitätssicherung im Bereich der Innenraumluftmessung biologischer Schadstoffe" am Landesgesundheitsamt Baden Württemberg 14.12.2001, Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement zu finden. Die in diesen Leitfäden fixierten Beurteilungskriterien für Luft und Staub wurden aufgrund des UFOPLAN-Projektes "Erhebung von Hintergrundwerten für die Bewertung von Schimmelpilzen im Innenraum" überarbeitet.
Kurze und prägnante Informationen zum Thema Schimmelpilze werden in der Informationsschrift "Gesund Wohnen durch richtiges Lüften und Heizen" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Herausgeber Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), der Schimmelpilzbroschüre "Hilfe! Schimmel im Haus" des Umweltbundesamts und dem Faltblatt "Gesundes Raumklima - was kann ich tun?" des Landesgesundheitsamtes gegeben.
Der analytischen Qualitätssicherung kommt beim Schimmelpilznachweis eine besondere Bedeutung zu. Da die gesundheitliche Wirkung sehr stark von der Art der vorliegenden Schimmelpilze abhängt und da Schimmelpilzschäden in Innenräumen häufig mit dem Auftreten hierfür charakteristischer Schimmelpilze im Zusammenhang stehen, kommt ihrer Identifizierung eine besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grunde wurde am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg der Ringversuch – innenraumrelevante Schimmelpilze etabliert. Die Ergebnisse der bisherigen Ringversuche zeigen deutlich, dass eine regelmäßige Teilnahme eines Labors zu einer Qualitätsverbesserung führt. Diese Ringversuche werden jährlich mit den teilnehmenden Labors ausgewertet. Jeweils im Herbst wird vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg eine Fortbildungsveranstaltung Analytische Qualitätssicherung durchgeführt.
Das jährlich in Zusammenarbeit mit dem Centraalbureau voor Schimmelcultures, Utrecht durchgeführte Seminar "Nachweis und Differenzierung von Schimmelpilzen in Innenräumen und Umwelt" ist ein weiteres Instrument der Qualitätsverbesserung, das vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg angeboten wird.
Liegt in einem Objekt ein Schimmelpilzschaden vor, kommt der fachgerechten Sanierung eine besondere Bedeutung zu. Daher wurde vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Handwerker-Fachverbänden, der Verbraucherzentrale Stuttgart, Bausachverständigen, Fachlaboren und weiteren auf dem Gebiet der Schimmelpilzsanierung Tätigen eine Handlungsempfehlung für die Sanierung von mit Schimmelpilzen befallenen Innenräumen erarbeitet.

Weiterführende Informationen
- Hilfe! Schimmel im Haus
- Gesund Wohnen durch richtiges Lüften und Heizen (Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Deutsche Energie-Agentur GmbH
- Fragen und Antworten zur Schimmelpilzgefahr bei Hochwasserschäden
- Schimmelpilze und Allergie (PDF; 25 KB)
- UFOPLAN-Projekt "Erhebung von Hintergrundwerten für die Bewertung von Schimmelpilzen im Innenraum" (PDF; 138 KB)
- Ergebnisse der bisherigen Ringversuche zu innenraumrelevanten Schimmelpilzen (PDF; 20 KB)
- Analytische Qualitätssicherung - akkreditierungskonformes Arbeiten eines mykologischen Labors (PDF; 34 KB)
- Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement
- Risiko Schimmelpilze - was kann ich tun?
- Gesundes Raumklima - was kann ich tun?
- Handlungsempfehlung für die Sanierung von mit Schimmelpilzen befallenen Innenräumen
- Sanierung bei Schimmelpilzbefall - Was muss ich beachten?
- Weitere Veröffentlichungen des LGA