Baden-Württemberg

Baden Württemberg

ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

Startseite / Gesundheitsthemen / Prävention / Migrationssensible Prävention

Migration und Gesundheit

Die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten an der gesundheitlichen Versorgung stellt ein wichtiges Ziel integrationspolitischer Maßnahmen dar.

Über viele Jahre herrschte über die Zahl der in Baden-Württemberg lebenden Menschen mit Migrationshintergrund Unklarheit. Dies hatte seinen Grund in der amtlichen Statistik, die lediglich ausländische Staatsangehörigkeit als Merkmal erfasst hat. Im Jahr 2005 wurden im Rahmen des Mikrozensus erstmals auch Fragen zu einem möglichen Migrationshintergrund der Bevölkerung gestellt. Die Auswertung hat ergeben, dass in Baden-Württemberg im Jahre 2005 2,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund lebten, also ein Viertel der Gesamtbevölkerung.

Damit hat Baden-Württemberg den höchsten Migrantenanteil aller deutscher Flächenländer.

 

Interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens

Gründe für die mangelde Integration von Migrantinnen und Migranten in das präventive Regelangebot der Gesetzlichen Krankenversicherung liegen in informationsbedingten, kulturellen und kommunikativen Barrieren, die die Nutzung präventiver und gesundheitsförderlicher Angebote und Möglichkeiten erschweren oder gar verhindern. Große Bedeutung kommt dabei der Verwendung einer angemessenen Sprache zu. Gleiches gilt für die erforderliche Kultursensibilität. Vorhandene Potentiale zu fördern und Problemstrukturen zu reduzieren, muss daher ein übergeordnetes Ziel migrations- bzw. integrationssensibler Präventionsarbeit sein.

Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am Gesundheitssystem auch durch dessen interkulturelle Öffnung zu verbessern. Insbesondere sollen der Zugang zu gesundheitlichen Angeboten, das Gesundheitswissen und die Gesundheitskompetenzen erweitert werden. Projekte und Initiativen zum Abbau von Zugangsbarrieren sollen unterstützt und mit Kooperationspartnern zielgruppenspezifische Angebote weiter entwickelt und umgesetzt werden.

 

Frauen mit Migrationshintergrund haben ein besonderes Interesse an gesundheitlichen Themen

Der Nationale Integrationsplan der Bundesregierung beschäftigt sich innerhalb des Themenfeldes "Lebenssituation von Frauen und Mädchen verbessern, Gleichberechtigung verwirklichen" unter anderem mit den Schwerpunkten Gesundheit und Sexualaufklärung. Gesundheit und Sexualaufklärung sind Bereiche, die das Leben von Migrantinnen in besonderer Weise berühren. Frauen haben eine besondere Schlüsselfunktion im Hinblick auf ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien. Diese Tatsache wird sowohl von Betroffenen als auch von Trägern von Integrationsmaßnahmen gestützt, die berichten, dass gesundheitliche Themen, die in Integrationsmaßnahmen speziell für Frauen angeboten werden, außerordentlich großes Interesse finden. Dies unterstreicht, dass Frauen mit Migrationshintergrund überwiegend bestrebt sind, beim Arztbesuch oder bei Krankenhausaufenthalten von Familienmitgliedern unabhängig Entscheidungen treffen zu können.

 

Ressourcen von Migrantinnen anerkennen und fördern

Frauen mit Migrationshintergrund verfügen über viele Ressourcen, die anerkannt und gefördert werden sollten. Ein Beispiel ist die Position von Migrantinnen als Gesundheitsmanagerinnen in ihren Familien. Daneben sind es vor allem jene Frauen mit Migrationshintergrund, die sich sozial, gesellschaftlich und politisch engagieren und dadurch die Integration der nächsten Generation prägen. Daher lässt sich über die Beteiligung von Migrantinnen nicht nur deren eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Kinder steigern.

 

 

Service
  1. Ihr zuständiges Gesundheitsamt

Leitfaden Gesundheit für Migrantinnen und Migranten in Baden-Württemberg in zehn Sprachen:

  1. Arabisch
  2. Englisch
  3. Französchisch
  4. Griechisch
  5. Italienisch
  6. Kroatisch
  7. Portugiesisch
  8. Russisch
  9. Spanisch
  10. Türkisch