Tröpfcheninfektionen
Krankheitserreger, die im Rachenraum und Atmungstrakt (Respirationstrakt) angesiedelt sind, können beim Niesen oder Husten in Form von kleinsten Flüssigkeitströpfchen verbreitet werden. Dieser Übertragungsweg wird als Tröpfcheninfektion bezeichnet.
Virale Tröpfcheninfektionen
Die meisten Tröpfcheninfektionen werden durch Viren übertragen. So werden Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern oder Röteln auf diesem Wege verbreitet. Mit Beginn der kalten Jahreszeit treten Infektionen (vor allem der Atemwege) auf, die durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren ausgelöst werden. So können z. B. verschiedene "grippale Infekte" entstehen, zum anderen aber auch die "echte" Grippe (Influenza). Diese Infektion ist meist schwerwiegend und geht oft mit hohem Fieber bis 40° C und schweren Herz-Kreislauf-Störungen einher. Gefährdet sind somit vor allem ältere Menschen (> 60 Jahre) und Menschen mit bestehenden Vorerkrankungen, die sich ebenso wie besonders exponierte Personen unbedingt impfen lassen sollten (Öffentliche Impfempfehlungen für Baden-Württemberg).
Die Zusammensetzung des Impfstoffs gegen Grippe wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neu festgelegt. Dabei orientiert man sich an den Influenza-Typen, die im Laufe der letzten Epidemie aufgetreten sind.
Bakterielle Tröpfcheninfektionen
Bei Bakterien sind in erster Linie die Meningokokken zu nennen, die in Form einer Tröpfcheninfektion eine eitrige Hirnhautentzündung verursachen können. Noch gefährlicher ist die Meningokokken-Sepsis (Blutvergiftung), die binnen Stunden zum Tode führen kann. Meningokokken-Erkrankungen kommen in Deutschland etwa mit einer Häufigkeit von 1 : 100 000 der Bevölkerung pro Jahr vor. (In manchen Regionen der Erde, wie etwa dem Meningitis-Gürtel in Afrika - von Äthiopien im Osten bis nach Gambia im Westen - gibt es wesentlich höhere Erkrankungszahlen mit epidemieartigen Ausbrüchen.)
Die häufigsten durch Tröpfchen übertragenen Infektionskrankheiten vor allem im Vorschul- und Schulalter werden durch eiterbildende Streptokokken (Streptococcus pyogenes) hervorgerufen. Sie sind die Ursache des Scharlachs, können in Einzelfällen aber auch eine schwere Sepsis auslösen.
Weitere wichtige Bakterien, die die Atmungsorgane besiedeln, zu Lungenentzündungen führen können und durch Tröpfchen übertragen werden, sind Pneumokokken, Chlamydien und Mykoplasmen. Der bedeutsamste Erreger aus dieser Gruppe, das Tuberkulose-Bakterium, hat zwar in Deutschland hinsichtlich der Gefährdung der Allgemeinbevölkerung an Bedeutung verloren. Bei bestimmten Personenkreisen (sogenannte Risikogruppen wie z. B. Personen mit Immundefekten, Obdachlose oder Drogenabhängige) nimmt jedoch die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen zu, zumal neue, besonders resistente, d. h. gegen Medikamente widerstandfähige Keime, auftreten.
Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche hat die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut im Rahmen ihrer Empfehlungen einen Impfkalender veröffentlicht.
Weiterführende Informationen
- Bekanntmachnung des Sozialministeriums über öffentlich empfohlene Schutzimpfungen (für Baden-Württemberg)
- Tuberkulose in Baden-Württemberg
- "Echte" Grippe (Influenza)
- Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut