Reiseassoziierte Infektionen
Viele Parasitenerkrankungen, wie etwa Spulwurm- oder Madenwurm-Infektionen, kommen weltweit vor. Andere sind auf tropische Regionen beschränkt. Deren komplizierter und an hohe Durchschnittstemperaturen angepasster Infektionskreislauf lässt eine Etablierung in gemäßigten Breiten nicht zu. Solche Infektionen werden aber immer wieder aus tropischen Reiseländern nach Deutschland eingeschleppt.
Malaria
Die mit Abstand größte Bedeutung hat die Malaria. Pro Jahr werden in Deutschland ca. 1 000 Malariafälle registriert. Meist handelt es sich um die akut lebensgefährliche tropische Malaria, die zum ganz überwiegenden Teil in afrikanischen Touristenländern, wie z. B. Kenia und Tansania, erworben wird. Da weltweit eine zunehmende Resistenz (Widerstandsfähigkeit) dieser Parasiten gegen Malariamittel registriert wird, muss jeder Reisende, der mit Fieber nach einem Tropenaufenthalt heimkehrt, unverzüglich auf Malaria untersucht werden.
Andere tropische Parasitosen
Mit Ausnahme der Amöbenruhr, bei der sich die Parasiten in der Leber ansiedeln und zu einem Leberabszess führen können, verlaufen die anderen tropischen Parasitosen weniger dramatisch. Tropische Wurmerkrankungen sind langwierige Infektionen, die jahrelang andauern können.
- An erster Stelle ist hier die Bilharziose zu nennen, eine Wurminfektion, mit der in faktisch allen Süßgewässern tropischer Regionen zu rechnen ist. Sehr viel seltener sind andere Wurminfektionen, wie die Elephantiasis oder Flussblindheit, die durch Stech- bzw. Kriebelmücken übertragen werden.
- Eine Infektionsgefahr durch Parasiten besteht schließlich in fäkal kontaminiertem Boden, die Wurmlarven von menschlichen und tierischen Hakenwürmern sowie vom Zwergfadenwurm enthalten können. Diese Larven können beim Barfuß gehen direkt in die unverletzte Haut eindringen und zu Infektionen führen.
- Auch im scheinbar sauberen Sand kann es zu Infektionen kommen. Hier können sich Sandflöhe aufhalten, die sich in die Haut - in der Regel am Fuß - einbohren und bis zu einem Zentimeter große, schmerzhafte, eiternde Infektionsherde verursachen.
Verschiedene tropischen Parasitosen können über das örtliche Gesundheitsamt im Landesgesundheitsamt mikroskopisch oder serologisch diagnostiziert werden.