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ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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Infektionen durch Tierkontakte

Durch Haustiere übertragbare Krankheiten

Infektionserreger können absolut wirtsspezifisch sein und ausschließlich zur Erkrankung des Menschen führen. Es gibt jedoch Erreger, die nicht so spezialisiert sind und gleichermaßen bei Menschen und Tieren Krankheiten verursachen. Auf diese Weise verursachte Krankheiten werden Zoonosen genannt. Es handelt sich demnach um Infektionen, die auf natürliche Weise zwischen Menschen und Tieren, z.B. Haustieren (Hunden, Katzen, Schafen, Rindern u.a.) übertragen werden.

Welche sind die wichtigsten Zoonosen?

Durch Hunde und Katzen können Parasiten auf den Menschen übertragen werden. Dazu gehören z.B.

  • Toxoplasmen, die mit dem Katzenkot ausgeschieden werden: Sie können während der Schwangerschaft über die Mutter das ungeborene Kind erreichen und auf diese Weise vorgeburtliche Schädigungen verursachen. Im Landesgesundheitsamt (LGA) werden serologische Untersuchungen auf Toxoplasmose sowie epidemiologische Studien zur Verbreitung von Toxoplasma-Infektionsstadien vorgenommen.
  • der Spulwurm der Gattung Toxocara: Beim Verschlucken dieser Wurmeier entwickeln sich beim Menschen Larven, die über mehrere Monate im Gewebe wandern und hier zu entzündlichen Reaktionen führen. Epidemiologische Studien des LGA haben gezeigt, dass diese Infektion weit verbreitet ist. Erkrankungen, vor allem des Zentralnervensystems, treten jedoch nur selten auf.
  • der Kleine Fuchsbandwurm: Hauptwirt dieser Bandwurmart sind Füchse.

Die wichtigste Zoonose bei Schafen ist das Q-Fieber (Balkan-Grippe). Die Erreger werden über infektiösen Zeckenkot in der Schafwolle oder über erkrankte Schafe auf den Menschen übertragen. Vom Landesgesundheitsamt wurde in Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden ein Maßnahmen-Katalog für eine landeseinheitliche Vorgehensweise beim Auftreten von Q-Fieber-Erkrankungen erarbeitet, um eine weitere Verbreitung dieser Krankheit zu verhindern. Auskünfte über die erforderlichen Maßnahmen erteilen die Gesundheitsämter und Veterinärbehörden.

Rinder können neben dem Erreger des Q-Fiebers Bakterien der Gattung Campylobacter (Durchfallserreger) sowie die gefährlichen EHEC-Bakterien (Erreger von blutigen Darmentzündungen) über Rohmilch auf die Menschen übertragen. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass EHEC-Bakterien durch engen Kontakt von Mensch zu Tier übertragen werden. Deshalb werden bei Gruppenerkrankungen durch diese Keime von den Gesundheitsbehörden sogenannte Umgebungsuntersuchungen zur Ermittlung der Infektionsquelle durchgeführt.

Wie kann man sich vor Zoonosen schützen?

Grundsätzlich ist beim Umgang mit Pet-Tieren (Haustiere, Streichelzoos, Ferien auf dem Bauernhof) auf die Einhaltung hygienischer Grundregeln (z.B. Hände waschen) zur Vermeidung der dargelegten Infektionswege zu achten.

Durch Wildtiere übertragbare Krankheiten

Zoonosen (d.h durch Erreger bei Menschen und Tieren gleichermaßen verursachte Krankheiten) werden auch durch Wildtiere, insbesondere Füchse und Nager, verursacht.

Welche Krankheitserreger werden durch Füchse übertragen?

  • Am bekanntesten ist der sogenannte "Kleine Fuchsbandwurm", der im Darm von Füchsen lebt und dessen Eier mit dem Fuchskot ausgeschieden werden. Verschluckt man diese Eier, kommt es zur Entwicklung eines Larvengewebes, das sich in der Regel in der Leber festsetzt und zeitlebens krebsartig weiterwächst. In den letzten zehn Jahren hat der Befall der Füchse mit dem Kleinen Fuchsbandwurm erheblich zugenommen; dieser kommt jetzt - in unterschiedlicher Befallsrate - flächendeckend in ganz Baden-Württemberg vor. Auf der Schwäbischen Alb beträgt die Befallsrate 60 % und darüber. Besonders hohe Werte von 66-69 % wurden im Landkreis Reutlingen und im Alb-Donau-Kreis ermittelt. Die Häufigkeit der auch als "alveoläre Echinokokkose" bezeichneten Krankheit beim Menschen lässt sich nur abschätzen. Sie dürfte in Baden-Württemberg den Recherchen des LGA zufolge bei 30-50 Neuerkrankungen pro Jahr liegen. Der Genuss von Heidelbeeren, Pilzen, aber auch Hunde- und Katzenhaltung sowie die Fuchsjagd sind als Risikofaktoren anzunehmen.
  • Das Tollwut-Virus wird in Europa hauptsächlich durch Füchse übertragen. Aufgrund von Massenimpfungen der Hunde und Immunisierung der Füchse mit Hilfe von ausgelegten Ködern kommt die Tollwut-Erkrankung in Deutschland jedoch nur noch selten vor. Gegen Tollwut steht ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung. Eine prophylaktische Impfung z.B. vor einem Schullandheim-Aufenthalt ist nicht erforderlich; eine Impfung ist nur bei Infektionsverdacht (z.B. bei Berührung von Fuchsködern) vorzunehmen. Über die Notwendigkeit hat der behandelnde Arzt zu entscheiden.

Welche Krankheitserreger werden durch Nager übertragen?

Weitere bedeutsame Träger von Zoonose-Erregern sind kleine Nager (verschiedene Mäusearten und Ratten).

  • Sie sind die wichtigsten Wirtstiere für Zecken, über die sich Infektionskreisläufe von Borrelien und FSME-Viren entwickeln.
  • Kleine Nager können Hanta-Viren direkt auf den Menschen übertragen. Es handelt sich hierbei um Viren, die in Mitteleuropa zu Nierenerkrankungen führen.
  • Darüber hinaus scheiden Nager im Kot Salmonellen aus und können damit Lebensmittel verunreinigen. Zur Infektionsvorbeugung ist deshalb auf hygienisch einwandfreie Lagerung von Lebensmitteln im häuslichen Bereich zu achten.

Weiterführende Informationen

  1. Q-Fieber-Erkrankungen
  2. Infektionen durch Zeckenstiche
  3. Hantavirus-Infektionen
  1. Der Kleine Fuchsbandwurm (PDF; 327 KB)
  2. Untersuchungen zur Zerkariendermatitis (PDF; 84KB)
  3. Infektionsgefahren in Waldkindergärten (PDF; 111 KB)