Selbsthilfe
Selbsthilfegruppen chronisch Kranker haben eine wachsende Bedeutung. Sie ergänzen professionelle Gesundheitsdienste und helfen Kranken und ihren Angehörigen, mit Krankheiten und deren Folgen besser umzugehen.
Chronisch Kranke und ihre Angehörige sind zunächst vor allem an einem Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen interessiert.
Die Kommunikation findet in unterschiedlichen Formen statt, z.B. in Einzelgesprächen, Gruppentreffen, Projekten, öffentlichen Aktionen oder durch die Vermittlung schriftlicher Informationen und weiterführender Beratungs- und Hilfeangebote.
Das örtliche Gesundheitsamt kann
- zu Fragen der Hilfestellungen bei Erkrankungen beraten,
- über bestehende Selbsthilfegruppen informieren,
- Kontakte z.B. zu bestehenden Selbsthilfegruppen oder zu regionalen oder überregionalen Kontakt- und Informationsstellen (KISS) vermitteln,
- an der Vernetzung von Selbsthilfegruppen mitwirken bzw. diese unterstützen,
- beim Aufbau neuer Selbsthilfegruppen motivieren und unterstützen.
Die Vernetzung vorhandener Angebote kann noch wesentlich verbessert werden. Die Selbsthilfegruppen sollen auch ermutigt werden, neben der Förderung persönlicher Kontakte moderne Telekommunikationstechniken wie das Internet zu nutzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Internet-Café für Hirngeschädigte in Mannheim und Stuttgart oder das Internet-Angebot für Selbsthilfegruppen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV).
Das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg unterstützt Selbsthilfegruppen auch mit Haushaltsmitteln des Landes, um die vorbildliche Arbeit von Selbsthilfegruppen mit Hilfe gezielter Förderung im Einzelfall zu stabilisieren. Außerdem soll mit der Förderung die praktizierte Eigenverantwortung anerkannt werden.
Weiterhin können Krankenkassen Selbsthilfegruppen und -kontaktstellen, die sich die Prävention oder Rehabilitation zum Ziel gesetzt haben, durch Zuschüsse fördern. Es zeigt sich jedoch häufig, dass die Selbsthilfegruppen nicht oder nur unzureichend über entsprechende Fördermöglichkeiten informiert sind. Dabei sind die Verfahren unkompliziert. Interessierten Personen oder Gruppen ist daher zu empfehlen, sich über finanzielle Möglichkeiten bei den örtlichen Krankenkassen beraten zu lassen.