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Chemische Belastungen

Berufliche Belastungen durch chemische Stoffe

Auch heute bestehen nach wie vor vielfältige Einwirkungen durch chemische Stoffe an Arbeitsplätzen. Von einer Exposition wird gesprochen, wenn ein Stoff direkten Kontakt mit dem Organismus hat. Er kann über die Atemluft oder die Haut; bei mangelnder Hygiene auch durch den Mund aufgenommen werden.

Praktisch alle chemischen Stoffe verursachen bei Einbringen in den menschlichen Körper Beschwerden oder lösen Krankheiten aus. Dabei spielt die Menge des aufgenommenen Stoffes eine entscheidende Rolle. Die Toxikologie (die Lehre von den Giften oder von den schädlichen Wirkungen chemischer Substanzen auf lebende Organismen) untersucht die Zusammenhänge zwischen einer aufgenommenen Dosis und der beobachteten Wirkung (sog. Dosis-Wirkungs-Beziehung). Seit langem ist bekannt, dass "die Dosis das Gift macht", d.h. höhere Konzentrationen eines Giftstoffes im Körper verursachen in der Regel stärkere und zusätzliche Wirkungen. Umgekehrt gibt es bei vielen chemischen Stoffen eine Grenzkonzentration, unterhalb der keine schädigende Wirkung zu beobachten ist. Diese Grenzkonzentration wird Schwellenwert genannt; diese Beobachtung ist die gedankliche Grundlage zur Ableitung von Schwellenwerten in der Arbeitsmedizin (auch Maximale Arbeitsplatz-Konzentrationswerte = MAK-Werte). In Technischen Regeln zur Gefahrstoffverordnung sind heute Arbeitsplatzgrenzwerte festgelegt, deren Höhe sich z. T. von den MAK-Werten unterscheidet.

Eine (beschränkte) Zahl chemischer Stoffe kann bösartige Gewebsneubildungen (Krebs) verursachen. Für diese sog. kanzerogenen (= krebserzeugenden) Stoffe gelten die obigen Überlegungen zur Dosis-Wirkungs-Beziehung mit einem Schwellenwert nicht. Die Einwirkung krebserzeugender chemischer Stoffe am Arbeitsplatz ist daher immer zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten.

In der derzeit gültigen Berufskrankheitenliste sind 67 Krankheiten aufgelistet; 29 davon sind die "durch chemische Einwirkungen verursachte Krankheiten". Dieses Zahlenverhältnis zeigt zwar, dass viele chemische Stoffe Erkrankungen mit typischen Krankheitsbildern auslösen können. Berufskrankheiten durch chemische Stoffe sind jedoch statistisch gesehen nicht häufig. Im Jahre 2005 waren es in Baden-Württemberg nur etwa 5 % der angezeigten Krankheiten. Neben den eigentlichen "durch chemische Einwirkungen verursachten Krankheiten" gibt es "versteckte" chemische Berufskrankheiten, die an anderer Stelle in der Berufskrankheitenliste stehen. Lungenkrankheiten können z.B. durch das Einatmen von kieselsäurehaltigem Staub oder mineralischen Asbeststaub ausgelöst werden.

Weiterführende Informationen

  1. Vortrag zu Nanomaterialien in der Arbeitswelt auf der VDRI-Homepage (Mainz 2008)
  2. Studie zum Gesundheitsrisiko durch Tonerstäube auf der BAUA-Homepage
  3. Zusammenstellung von Software zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern: BAUA-Homepage
  4. Technische Informationen zur Nanotechnologie 
  5. Verantwortlicher Umgang mit Nanotechnologie 
  6. Gefahren der Nanotechnologie 
  7. Nanotechnologie - Risiken 
  8. Nanotechnologie - Risiken
  9. NIOSH: Nanotechnologie
  10. vorgeschlagener Grenzwert für Carbonnanotubes
  11. Pulmonartoxizität von Carbonnanotubes
  12. SUVA: Nanopartikel an Arbeitsplätzen
  13. BAUA-Informationen zur Nanotechnologie
  14. neue TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen"
  15. neue TRGS 512 "Begasungen"
  16. neue TRGS 519 "Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten"