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Stadtplanung

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Architekt mit Plänen auf Baustelle © Chlorophylle - Fotolia.comDie Stadt wird für immer mehr Menschen auf der Welt Lebensraum und Heimat. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (Quelle: UN-Statistik) wird der Anteil der Einwohner, die in Städten leben, auch in Europa weiter ansteigen. Im Jahr 2030 soll er 80 Prozent erreichen, obwohl in begrenzten Regionen Städte auch schrumpfen. Für gesundes Wohnen sind neben dem individuellen Wohnraum auch der Standort der Wohnung, das Wohnviertel, die Umgebung und die Nachbarn maßgeblich. So kann das Wohnen an einer ungesicherten und vielbefahrenen Straße erhöhte Unfallgefahr und Lärm- sowie Schadstoffbelastung mit sich bringen. Auf der anderen Seite kann eine ansprechende Infrastruktur des Wohnviertels einen gesunden Lebensstil begünstigen und körperliche Aktivität fördern. Die Nähe zur Arbeitsstelle und Schulen, Orte zur Erholung und Entspannung, medizinische Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten tragen zu Lebensqualität und Wohlbefinden bei. Trotzdem werden bei der Planung und Entwicklung von Städten und Wohngebieten Gesundheitsaspekte selten vorrangig berücksichtigt.

Dabei widmete sich schon der im Jahr 1873 gegründete "Verein für öffentliche Gesundheitspflege" dem Einfluss verschiedener Wohnungstypen auf die Gesundheit der Bewohner. Dafür werteten Wissenschaftler um Max von Pettenkofer neben der Umgebung die Dichte der Bebauung, Höhenlage oder Verhältnis des Hauses zur Straße und seinen Hof im Hinblick auf die Erkrankungsraten statistisch aus. Dabei stellten sich die feuchten, dunklen Kellerwohnungen und die überfüllten, engen, hohen Miets-Etagen als Risiko für die Gesundheit heraus. Die Bewohner von Gebäuden mit natürlichem Licht und ausreichender Luftzufuhr dagegen waren gesünder. Daraus entwickelte man konkrete Prinzipien für den Wohnungsbau: Durch Weiträumigkeit und niedrige Bauweise mit wenigen Stockwerken entstehen gesunde Wohnungen mit ausreichender Belüftung und viel Sonnenlicht.

Heute wissen wir, dass genügend Licht und Luft nicht nur die Übertragung von ansteckenden Krankheiten eindämmen. Das Wohnen in nicht zu dicht bebauten Quartieren mit viel Natur wirkt positiv auf das psychische Wohlbefinden. Grünflächen und geschützte öffentliche Bereiche fördern nachbarschaftliche Beziehungen und einen aktiven Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung. Da körperliche Aktivität beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, stellen Anreize Sport zu treiben und Möglichkeiten zum sicherem Radfahren und Laufen effektive präventive Maßnahmen dar.


 

Weiterführende Informationen

UN-Statistik über das Wachstum der Bevölkerung in Städten:

World Urbanization Prospects - The 2003 Revision (PDF; 1,97 MB)   

Gesundheitseffekte körperlicher Aktivität:

Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Heft 26 (PDF; 367 KB)

Deutsches Institut für Urbanistik:

Mehr Gesundheit im Quartier - Prävention und Gesundheitsförderung in der Stadtteilentwicklung

Stand 06/2011

Kontakt

Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
 Dr. Karin Otzelberger
Tel. +49 (0) 711 904-39655

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