Lärm
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In den letzten Jahrzehnten wurde Lärm zu einer der größten Umweltbelastungen. Lärm behelligt uns nicht nur bei der Arbeit, sondern zunehmend auch zuhause, in der Schule und in der Freizeit. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm werden nach Ansicht vieler Umweltmediziner eher unterschätzt. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen, dass Lärm eine Vielzahl von Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen hervorrufen kann. Dabei ist grundsätzlich zwischen direkten Schädigungen am Ohr und anderen gesundheitlichen Wirkungen zu unterscheiden. Viele Jugendliche setzen sich in ihrer Freizeit beim Musikhören oder in Diskotheken hohen Schallpegeln aus. Schallpegel werden in der Einheit Dezibel und der Empfindlichkeit unseres Gehörs entsprechend nach der sogenannten A-Bewertung als dB(A) angegeben. Hohe und langandauernde Lärmpegel über 85 dB(A) können in Abhängigkeit von der Dauer der Belastung zu direkten Schäden im Innenohr führen:
- vorübergehender Hörverlust (temporary threshold shift; Gefühl der Wattigkeit)
- dauerhafte Schäden im Innenohr (permanent threshold shift, die einen Tinnitus auslösen können und zur Schwerhörigkeit führen können.)
HNO-Ärzte sehen immer häufiger Jugendliche mit eingeschränkter Hörfähigkeit. Dies zeigt, wie wichtig Maßnahmen gegen zu starken Freizeitlärm sind. Unterhalb dieser Schwelle von 85 dB(A) sind eine ganze Reihe von gesundheitlichen Wirkungen durch Umgebungslärm bekannt, die zum Teil über das vegetative Nervensystem vermittelt werden:
- kognitive Beeinträchtigungen (konzentriertes Arbeiten und Kommunikation ist gestört oder wird unmöglich)
- Einflüsse auf das soziale Verhalten (die Aggressionsschwelle sinkt)
- Störungen des Hormonhaushalts (Ausschüttung von Stresshormonen) mit Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel und das Immunsystem
- Schlafstörungen mit allen kurz- und langfristigen Konsequenzen auf die Leistungsfähigkeit
- Erhöhung des Blutdrucks, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhtes Risiko für Herzinfarkte
Weiterführende Informationen
Mitarbeiter des Landesgesundheitsamts beteiligten sich bei der Stuttgarter Aktionswoche zur Hörgesundheit am 15. und 16. Juni 2010 mit dem Stand „Risiko Freizeitlärm: Was kann ich tun? Wie lassen sich Hörschäden durch Freizeitlärm vermeiden?" Am Lärmstand können Besucher ihr Gehör testen lassen, die Lärmampel ausprobieren und an einem Kunstkopf, der mit seinen elektronischen Ohren die eingestellte Lautstärke eines MP3-Players misst, herausfinden, wo die Risikogrenze von 85 Dezibel liegt.
Aktionstage im Stuttgarter Rathaus "...pscht! hör mal her"
Stuttgarter Höraktionstage im Videocast
Das Landesgesundheitsamt gibt Eltern und Erziehungsberechtigten Tipps, wie Hörschäden durch Freizeitlärm vermieden werden können. Sie können die Broschüre bestellen oder direkt als PDF-Dokument herunterladen.
Lärmbedingter Hörverlust bei Kindern
Gesundheitsrisiken durch Lärm
In der Broschüre Umed-Info zu Freizeitlärm und Gesundheit finden Sie neben Informationen zur Lärmwirkung auch Hinweise auf das Projekt des Öffentlichen Gesundheitsdienstes „Freizeitlärm in Innenräumen“.
Freizeitlärm und Gesundheit
Das WHO-Regionalbüro für Europa hat am 30. März 2011 den Bericht "Krankheitslast durch Umweltlärm - Quantifizierung des Verlustes an gesunden Lebensjahren in Europa" veröffentlicht.
"Burden of Disease from Environmental Noise - Quantification of Healthy Life Years Lost in Europe"
Das Umweltbundesamt informiert über die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärmbelastungen
Themenseite des Umweltbundesamts zum Lärm
Ausstellung zum Lärm in der Umwelt "Lärmschutz in Stuttgart"
Amt für Umweltschutz "Lärmschutz in Stuttgart" (PDF; 5,32 MB)
Stand 04/2011