- Kondome schützen
- Hepatitis-Impfung
- Chlamydien-Screening für Frauen unter 25 Jahren
- HPV-Impfung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren
- Intimhygiene beugt Infektionen vor
- Warnsignale beachten
Kondome schützen
Kondome schützen vor einer HIV-Infektion und reduzieren das Risiko für die meisten anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie schützen natürlich auch vor einer unerwünschten Schwangerschaft. Dasselbe gilt für das Kondom für die Frau, z. B. das Femidom. Das Kondom für die Frau hat den Vorteil, dass es von der Frau vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden kann. Außerdem ist es unabhängig von der Steifigkeit des Penis anwendbar.
Vor der Anwendung sollten folgende Fragen überprüft werden:
-Passt das Kondom? (Es sind verschiedene Größen im Handel)
-Hat das Kondom ein CE-Siegel?
-Liegt das aufgedruckte Verfallsdatum noch in der Zukunft?
-Wurde das Kondom bei Zimmertemperatur aufbewahrt?
-Ist das Luftpolster der Kondomverpackung spürbar?
Nur wenn alle Fragen mit Ja beantwortet werden, ist der Schutz durch das Kondom gewährleistet.
- Nur fettfreie Gleitmittel verwenden
Fetthaltige Mittel machen Latex-Kondome durchlässig für Krankheitserreger, auch für HIV.
- Hinweis für Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis
Normale Kondome zusammen mit genügend fettfreiem Gleitmittel reichen. Für Menschen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis können auch extra starke und reißfeste Kondome empfohlen werden.
Zwei übereinander gezogene Kondome werden durch die starke Reibung leicht zerstört, daher niemals zwei Kondome übereinander ziehen.

Hepatitis-Impfung
Gegen Hepatitis A und B ist eine gut wirksame Schutzimpfung verfügbar.

Chlamydien-Screening für Frauen unter 25 Jahren
Sexuell aktive Mädchen und Frauen unter 25 Jahren können sich jährlich kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigstes sexuell übertragenen Infektionen (STI). Frauen unter 25 Jahren sind besonders gefährdet. Chlamydien-Infektionen verlaufen häufig ohne Beschwerden, können aber zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen, z. B. Unfruchtbarkeit führen.

HPV-Impfung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren
Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs kann durch Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV-Impfung) vor der Aufnahme sexueller Kontakte erheblich verringert, jedoch nicht ausgeschlossen werden.
- Zwei Impfstoffe sind auf dem Markt
Beide Impfungen schützen vor den HPV-Hochrisiko-Typen 16 und 18, die für die Entstehung von etwa 70 % aller Gebärmutterhalskarzinome verantwortlich sind. Einer der beiden Impfstoffe schützt zusätzlich auch vor den HPV-Typen 6 und 11, die in 90 % der Fälle die Entstehung von Feigwarzen/Analkarzinomen verursachen.
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren. Für Mädchen dieser Altersgruppe werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel ebenfalls die Kosten für Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden.
In der bisherigen Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren hielt dieser Impfschutz komplett an. Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, ob die Impfung nach diesem Zeitraum aufgefrischt werden sollte, um die optimale Schutzwirkung zu erhalten.
- HPV-Impfung ist kein Ersatz für Krebsvorsorgeuntersuchungen:ersetzt nicht die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung (PAP-Test), da der Impfstoff 30 % der HPV-Hochrisiko-Typen nicht abdeckt. Die Impfung schützt daher nicht vor Krebs. Es ist auch noch nicht erforscht, wie lange der Impfschutz anhält.

Intimhygiene beugt Infektionen vor
- Intimhygiene für Frauen und Mädchen
Frauen und Mädchen sollten eine möglichst schonende Intimpflege betreiben, um Infektionen vorzubeugen. Zu intensive Pflege im Intimbereich kann dazu führen, dass das natürliche Scheidenmilieu samt seiner Schutzfunktion beeinträchtigt wird. Zur Reinigung des äußeren Genitales genügen klares Wasser und sorgfältiges Abtrocknen. Dies dient auch der Vorbeugung von Scheideninfektionen. Auf Scheidenspülungen sollte komplett verzichtet werden. Auf der Toilette ist auf die richtige Reinigung des Afters zu achten, d. h. von vorne nach hinten abwischen, also immer Richtung After, damit keine Darmbakterien in die Scheide oder Harnröhre eindringen.
- Intimhygiene für Männer und Jungen
Der Intimbereich muss täglich mit lauwarmem Wasser und milder Seife gewaschen werden. Zur Reinigung des Penis müssen unbeschnittene Jungen und Männer ihre Vorhaut zurückstreifen und sich täglich mit Wasser und einer milden Seife waschen. Danach sollten sie sich gut abtrocknen. Diese Maßnahme verhindert eine bakterielle Besiedlung des Penis. Auch Männer sollten darauf achten, dass beim Gang auf die Toilette keine Darmkeime in den Bereich der Harnröhrenöffnung kommen.

Warnsignale beachten
Symptome wie Brennen, Jucken oder Schmerzen im Genitalbereich, Beschwerden beim Wasserlassen, veränderter Ausfluss aus Scheide, Penis, und Anus, Hautveränderungen, insbesondere im Genitalbereich, aber auch im Mund, Rachen und Anus sind auf jeden Fall zu beachten. Bei entsprechenden Symptomen muss eine Ärztin oder ein Arzt zu Rate gezogen werden, damit rechtzeitig eine Behandlung eingeleitet werden kann, um Spätfolgen zu vermeiden. Frauen und Mädchen wenden sich an Frauenärztinnen oder Frauenärzte, Männer und Jungen an Urologinnen/Urologen oder Hautärztinnen/Hautärzte.