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ÖGD - Öffentlicher Gesundheitsdienst

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HIV-positiv - wie geht es weiter? 

Lebensplanung

Die Diagnose HIV-positiv ist für die meisten Betroffenen nach wie vor ein „Schockerlebnis“, eine HIV-Diagnose ist jedoch kein Grund zur Resignation. Eine HIV-Infektion muss nicht mehr tödlich sein. Die HIV-Infektion kann inzwischen als chronische Krankheit bezeichnet werden, jedenfalls, wenn sie frühzeitig diagnostiziert und konsequent behandelt wird. Der entscheidende Wendepunkt war die Einführung der Kombinationstherapie. Man geht heute davon aus, dass HIV-Positive, die mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden, noch viele Jahrzehnte überleben können. Die Medikamente können zwar mehr oder minder starke Nebenwirkungen verursachen, sie führen aber zu einer erheblich verbesserten Immunlage. Die Betroffenen können trotz HIV-Diagnose den Blick in die Zukunft richten.

Karriereplanung

Ausbildung, Beruf und Vorbereitung auf den Ruhestand gehören für Menschen mit HIV daher genauso zum Leben wie für gesunde Menschen auch.

Familienplanung

Während in den Anfangsjahren Kinderwunsch und HIV-Diagnose unvereinbar waren, ist Nachwuchs heute durchaus vertretbar. Die Infektionsrate von Kindern HIV-positiver Mütter liegt bei unter einem Prozent, vorausgesetzt es werden bestimmte präventive Maßnahmen ergriffen. Eine Übertragung von HIV von der infizierten Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind kann im Mutterleib, während der Geburt und beim Stillen über die Muttermilch stattfinden. Um das Risiko der Übertragung von der Mutter auf das Kind zu senken, erhält die Schwangere eine antiretrovirale Therapie und in der Regel wird ein Kaiserschnitt gemacht. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Schwangere weiß, dass sie HIV-positiv ist. Eine Beratung und die Empfehlung, einen HIV-Test zu machen, ist in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben. Im Mutterpass wird nur die Beratung, nicht das Ergebnis des HIV-Tests dokumentiert. Wenn der HIV-Test ergibt, dass die Schwangere HIV-positiv ist, sollte frühzeitig ein Zentrum, das sich auf die Betreuung von HIV-positiven Schwangeren spezialisiert hat, einbezogen werden. Nach der Geburt erhält das Neugeborene eine antiretrovirale Prophylaxe und es darf nicht gestillt werden.

Verantwortung für sich und andere

Menschen mit einer HIV-Infektion sollten sich konsequent an die safer sex- und safer use-Regeln halten. So schützen sie nicht nur andere vor Ansteckung, sondern auch sich selbst. Safer Sex und safer use schützen HIV-positive Menschen insbesondere vor einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, die die Behandlung der HIV-Infektion komplizierter machen können und das Immunsystem zusätzlich belasten.